Zusammenfassung
Antrag des Gesundheits-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-908-1/XX-2026 – Nachhaltige Weiterentwicklung der Ausbildungsstellen für klinische Psychologie
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mag. Zeidler-Beck, MBA (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hoher Landtag! Wir haben die heutige Sitzung mit dem Thema Gesundheit begonnen, und ich freue mich, dass wir sie mit dem Thema Gesundheit abschließen, nämlich einem ganz, ganz wesentlichen Aspekt – die Kollegin Kollermann hat es schon gesagt: "Es gibt keine Gesundheit ohne die mentale Gesundheit" – und dass wir sie eben mit der mentalen Gesundheit beschließen. Es ist ein Themenbereich – da sind wir uns alle einig – wo es dringenden Handlungsbedarf gibt. Es ist auch ein Themenbereich – das möchte ich betonen – wo sich wahnsinnig viel entwickelt hat in den vergangenen Jahren. Und es ist ein Themenbereich, wo wir noch viel, viel stärker auf die Prävention, auf niederschwellige Angebote auch setzen müssen. Und wo insgesamt gilt: Wir müssen einfach noch viel, viel mehr über mentale Gesundheit sprechen und darum ist es, glaube ich, so gut und richtig, dass wir heute diesen Antrag vorliegen haben. Wir haben eine Situation in Niederösterreich, wo sich seit 2014 die Anzahl der Psychologinnen und Psychologen verdoppelt hat. Ich kann das selbst aus meinem beruflichen Alltag berichten. Wir haben Institutionen, die in diesen vergangenen Jahrzehnten gewachsen sind, die sich gefestigt haben. Ich denke an die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie in der Hinterbrühl, die heuer ihr 20-jähriges Jubiläum feiert, wo im Übrigen auch burgenländische Patientinnen und Patienten versorgt werden. Ich denke daran, dass die klinischen Psychologinnen und Psychologen heute im Alltag eine ganz, ganz wesentliche Rolle spielen in den Kliniken, in der Diagnostik, in der Therapie, in der Rehabilitation, und zwar nicht nur in den Psychiatrien, sondern auch in Bereichen wie der Psychosomatik, in Bereichen wie der Onkologie, wie in Bereichen der Palliativbegleitung und -medizin. Und gleichzeitig ist es eine Entwicklung, wo uns allen auch klar sein muss, wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen. Der Bedarf – das haben wir heute schon ausführlich debattiert – ist weiterhin da, er ist weiterhin gegeben. Psychische Belastungen nehmen weiter zu und wir müssen die Kapazitäten weiter ausbauen. Und dabei ist natürlich die Ausbildung zentral. Da geht es um zwei Dinge. Da geht es um höchste Qualität, die wir sicherstellen müssen, da geht es aber auch um das ausreichende Maß an Quantität. Und da ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig – das möchte ich vielleicht ergänzen zum Antrag der Grünen – dass wir die Psychologinnen und Psychologen immer als Teil eines Gesamtsystems sehen. Es darf kein Ungleichgewicht geben zwischen der Diagnostik auf der einen Seite und zwischen der Therapie auf der anderen Seite. Und deswegen ist, glaube ich, so wichtig, was dieser Antrag fordert, nämlich eine fundierte Evaluierung, eine stärkere Vernetzung und den gemeinsamen Anstrengungen mit dem Bund. Denn nur mit dem Bund gemeinsam kann es auch gelingen, dass wir die Ausbildungsmodelle flexibler machen, dass wir sie attraktiver gestalten, die Rahmenbedingungen, und dass wir eben ausreichend Nachwuchs für diesen so zentralen Bereich auch sichern. Und lassen Sie mich vielleicht zum Abschluss nochmal ganz zum Beginn kommen – nämlich bei dem, was am Anfang steht, bei der Prävention und bei den niederschwelligen Angeboten. Ich glaube, das ist so, so wichtig. Und im klinischen Bereich ist für viele so klar, ich sage das Beispiel: Wenn jemand Zahnweh hat, so unangenehm es ist, wir wissen alle, je früher ich zum Zahnarzt gehe, desto geringer wird der Eingriff vermutlich sein. Im psychischen Bereich ist es eine sehr, sehr ähnliche Situation. Auch da ist es so: Eine Depression, die frühzeitig behandelt wird, damit kann ich das Risiko senken für einen Klinikaufenthalt, kann letztlich auch Kosten senken, aber kann vor allem auch den betroffenen Patientinnen und Patienten, glaube ich, sehr, sehr viel Leid ersparen. Es gilt einfach: Wer früher hilft, der hilft doppelt. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir auf Prävention setzen und deswegen ist es so wichtig, dass wir auf niederschwellige Angebote setzen, eben etwa auch, wenn es darum geht, die Schulpsychologie zu stärken, weil wir da wirklich im direkten Lebensraum der Kinder und Jugendlichen sind. Und ich glaube, es ist aber auch so wichtig, dass wir noch viel, viel mehr über die mentale Gesundheit reden und darum bin ich sehr, sehr froh, dass wir morgen eine Landesausstellung eröffnen werden mit dem Titel "Wenn die Welt Kopf steht", wo es genau darum geht, dieses Zusammenspiel von Mensch, Psyche und Gesundheit zu thematisieren, wo es darum geht, zu sensibilisieren und wo es einfach ganz, ganz direkt darum geht, hinzuschauen und Verständnis aufzubauen. Ich glaube, genau das ist der richtige Weg im Sinne der besten Zukunft unserer Kinder. Und in diesem Sinn darf ich mich bei allen für die Unterstützung bedanken. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und Präs. Mag. Wilfing.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Mödling
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich