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Redebeitrag von Bernhard Heinreichsberger, MA  Antrag der Abgeordneten Mag. Zeidler-Beck, MBA, Mag. (FH) Fiedler, PhD u.a. betreffend Gewährleistung einer werthaltigen, abgesicherten Bundesfinanzierung von Fachhochschulen

zur 36. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 8 der 36. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 26.03.2026

Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-932/XX-2026 – Gewährleistung einer werthaltigen, abgesicherten Bundesfinanzierung von Fachhochschulen

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Heinreichsberger, MA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen des NÖ Landtags! Meine Vorrednerinnen haben es schon erwähnt, auf den Punkt gebracht, der Antrag liegt auch vor. Es drohen Kürzungen (Abg. Mag. Collini: Echt, droht´s? Wo droht´s?) und allein wenn es schon droht, ist es glaube ich ein großes Zeichen, auch wenn es nur flapsig formuliert von der Frau Kollegin Collini, ein Zeichen, ein Brief oder was auch immer sein soll. Ja, dazu stehe ich. Wir stehen dazu, wenn es darum geht, dass unsere Fachhochschulen auch nur potenziell in die Richtung gehen würden, dass eingespart wird und vieles andere auch. Folgen, die natürlich daraus resultieren, dass wir unsere Stimme erheben, dass wir uns über das Thema unterhalten. Das ist übrigens auch der Auftrag, für den wir alle da gewählt sind und uns Gedanken machen und aufzeigen, denn wir vertreten ja die Interessen der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und nachdem es um die niederösterreichischen Fachhochschulen geht. Und ja, liebe Frau Collini, ich weiß, wenn schon einmal ein Bundeslandsname dabei ist, dann ist es für Sie anscheinend nicht okay, weil Sie wollen ja wieder alles zentralisieren – sie haben es übrigens auch geschafft, drei Minuten nicht über das Thema zu reden, also gratuliere dazu (Abg. Mag. Scheele: Das haben andere auch schon geschafft.) – ist es aber trotzdem unser Auftrag, dass wir da gleich entgegenwirken. Und gleichzeitig möchte ich meinen Dank an die SPÖ richten, denn wenn es um den Inhalt geht, dann ziehen wir am gleichen Strang. Und ich glaube, da geht es um die Fachhochschule und vieles andere auch. Und wenn wir jetzt vom Einsparen reden und konsolidieren und die Prioritäten auch setzen, dann möchte ich ein anderes Treffen noch ins Treffen führen: Es wurde jahrzehntelang beim Österreichischen Bundesheer und bei der Landesverteidigung eingespart, und man braucht eine gewisse Zeit – und daran leiden wir heute noch immer, sind aber am besten Weg – wieder unser Heer aufzubauen. (Unruhe bei Abg. Dr. Krismer-Huber.) Und das darf uns im Bildungssystem nicht passieren. Das darf uns auch bei unseren Fachhochschulen nicht passieren. Also es droht eine Einsparung. Der Herr Finanzminister Marterbauer hat sowieso momentan ganz gute Ideen. Vorige Woche meinte er, wir brauchen keine Luftverteidigung, wir schützen unseren Luftraum nicht, jetzt spricht er schon wieder von Erbschaftssteuern und vieles andere auch. Darum bitte ich auch an die Vernunft, an ihn, dass wir genau in diesem Bereich nicht einsparen. Warum? Die niederösterreichischen Fachhochschulen sind ja eigentlich eine Erfolgsgeschichte unseres Landes, und wenn man jetzt den Bildungsbogen spannen würde, dann kann man wirklich durch unsere tollen Fachhochschulen wirklich von der Kinderbetreuung, vom Kindergarten über die Volksschule, Mittelschule, Gymnasium, Berufsbildenden höheren Schulen bis zum Studium bis zur akademischen Ausbildung alles in Niederösterreich erreichen. Und ich sage, es ist ein Privileg und auch eine Leistung und dahinter steht aber auch eine jahrelange – jahrzehntelange! – konsequente Strategie, die umgesetzt wurde, Hand in Hand mit dem Landtag, mit der Politik, Hand in Hand mit den verantwortlichen Regierungsvertretern, Hand in Hand mit den Bildungsinstitutionen und natürlich auch der Wirtschaft. Und unser Fachhochschulsystem zeigt ganz genau, wenn es um Innovationen geht, wenn es um Kennzahlen geht, auch um der Vergleichbarkeit willen, dass wir top sind und da möchte ich auch die Leistung der Studentinnen und Studenten hervorstreichen. Wir haben 14.000 Studierende in Niederösterreich, 118 Studiengänge, 3.600 Absolventinnen jedes Jahr. 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon die Hälfte wissenschaftliches Personal, sind da beschäftigt. Es ist auch ein Wirtschaftsfaktor, nicht nur ein wissenschaftlicher Faktor, und 3.500 externe Lehrende bereichern unsere Fachhochschulen auch mit Wissen. Und ich selbst habe eine Fachhochschule besucht in Krems, viele andere auch. Und es ist schon ein tolles Zusammenspiel natürlich von empirisch arbeiten, wissenschaftlich arbeiten, aber gleichzeitig der Praxisbezug. Und gleichzeitig werden dann auch Arbeitskräfte und neue Gesichter, innovative Menschen, ausgebildet, die direkt in den Wirtschaftsraum hineingehen, direkt auch der Wirtschaft zugeführt werden und natürlich auch ihre Ideen einbringen. Und jetzt haben wir schon geredet vorher, ja Budget konsolidieren und vieles andere auch. Man muss nicht immer nur ein paar Schritte zurückgehen und sparen, man kann auch eine Offensivstrategie fahren. Es müssen nicht immer nur Steuern sein, man kann auch in Bildung investieren, nämlich wenn die Bildung läuft, dann wird die Innovation gefördert, wenn die Innovation an die Wirtschaft getragen wird, geht es der Wirtschaft gut. Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut, das spült natürlich auch wieder Geld zurück. Wir sind ein exportorientiertes Land, dann gibt es auch wieder Steuern, aber im positiven Sinne, weil es auch ein Wirtschaftswachstum gibt. Darum muss man auch auf dieser Strategie draufbleiben, nämlich die Fachhochschulen zu fördern. Wir als Land NÖ machen das ja. Wir stehen ja vor unseren Fachhochschulen, wir sind ja auch der beste Partner. 40 Millionen Euro wurden da auch beschlossen, die direkt da hineinfließen. Und davon auch – weil es ja heute Thema war – 35 Millionen gehen ja auch in den Gesundheitsbereich. Also da geht es um Studiengänge wie die Pflege, die Physiotherapie, die Hebammenausbildung und vieles andere auch. Und gleichzeitig sind sie auch Motoren unserer Wirtschaft und gleichzeitig planen wir auch – und das ist auch wieder das Schöne, dass wir das eigens in Niederösterreich auch machen können – einen neuen Europacampus in Hainburg, wo dann 480 Studierende studieren werden mit 200 Beschäftigten, nämlich genau weil wir jetzt im Herzen Europas sind und ich glaube diese Strahlkraft dieses neuen Campus wird weit über Österreichs und Mitteleuropas Grenzen natürlich auch hinausstrahlen. Und das ist wieder ein Punkt und ein Cluster natürlich, das unser Forschungsland und Wissenschaftsland Niederösterreich auch bereichert. Ich bin froh, dass die Zeiten vorbei sind, wo immer ein Wettbewerb herrschte zwischen Universitäten und Fachhochschulen – das muss man auch sagen – das war am Anfang sicher der Fall. Aber durch die ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit, aber gleichzeitig auch die praktische Ausbildung, das praktische Wirken, ist die Fachhochschule mehr als nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und wenn wir über Effizienzsteigerungen reden und generell über das Bildungssystem, das akademische System und das Studium, dann möchte ich schon einige Vergleichszahlen herausbringen, denn wir müssen schon natürlich reden, wenn ich Universitäten mit Fachhochschulen auch vergleiche, dann muss man auch die Fakten anerkennen. Und die Abschlussraten – gemessen an den letzten zehn Jahren der Studien – sind viel, viel höher bei Fachhochschulen als natürlich auch bei den Universitäten. Und das kann man mit vielen Zahlen belegen, ich habe das extra nachgeschaut. Zum Beispiel jetzt die geringsten Abschlusszahlen haben wir bei Geistes- und Kunstwissenschaften im universitären Bereich, da brechen 66 Prozent das Studium ab. Oder umgekehrt: Bei den Rechtswissenschaften im Bachelor-Bereich haben die letzten 10 Jahre 21,4 Prozent das Studium beendet, 74 Prozent haben das Studium abgebrochen und 4,3 Prozent studieren noch, jetzt nur um einige Zahlen zu nennen. Aber dann gibt es wieder positive Beispiele natürlich auch im Medizinstudium, wo wir immer diskutieren, ob Aufnahmeprüfungen oder nicht und vieles andere auch. 84 Prozent der Studentinnen und Studenten schließen das Medizinstudium erfolgreich ab. Und wenn man jetzt natürlich dann das mit der FH vergleicht, so kommt man allgemein zu einem durchschnittlichen Abschluss von 74,1 Prozent. An der Spitze liegt zum Beispiel natürlich die Militärakademie mit 91 Prozent und die Sicherheitswissenschaften. Aber auch die Wirtschaftswissenschaften: Abschlussquote 76 Prozent, Gesundheitswissenschaften: 87 Prozent machen das Studium fertig. Und das ist schon ganz wichtig, denn auch eine Ausbildung kostet Geld, ist Geld wert natürlich. Investieren wir auch in unsere Absolventinnen und Absolventen, Studentinnen und Studenten und das sollte man auch zu Ende bringen. Und eines möchte ich schon sagen, wenn wir über Geld und Budget reden: Die Fachhochschulen sind ja auch finanziell breit aufgestellt, was bedeutet aber auch, dass es da viele Stakeholder gibt, die mitreden, aber eine wesentliche Säule sind die Beiträge der Studentinnen und Studenten. Jeder FH-Student, jede -Studentin zahlt Studiengebühren. Und die Studiengebühren sind auch ein Beitrag, ein Willensbeitrag – über 300 Euro – dass man bereit ist, auch etwas zurückzugeben, dass einem das Studium etwas wert ist und dass man auch etwas einbringt. Und das ist schon ein wesentlicher Fakt auch für mich, nehmen wir das mit auf unsere Gedankenreise, denn auch das ist ein Zeichen, wenn Studentinnen und Studenten auch das eigene Studium auch finanziell mitfinanzieren und unterstützen. Genauer genommen sind die Studiengebühren 363 Euro. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich, wie gesagt, nochmals bedanken, auch bei der SPÖ natürlich und bei anderen, die diesem Antrag auch zustimmen. Es geht da wirklich um ein gemeinsames Projekt, es geht da um eine Erfolgsgeschichte. Und noch einmal: Wir setzen da ein Zeichen, eine Duftnote nach Wien, um auch die Wichtigkeit unserer Standorte zu signalisieren. Wir haben nicht nur die großen Anbieter, wir haben auch viele Außenstellen und vieles andere auch. Es hängt nicht nur wissenschaftlich, sondern wirtschaftlich, aber auch in unserer Identität vieles an unseren Fachhochschulen. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (646 KB)

Zur Person

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
Tulln
Klub/Fraktion:
Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
Wahlpartei:
LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich

Detailseite von Bernhard Heinreichsberger, MA öffnen


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