Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-864/XX-2025 – Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mag. (FH) Fiedler, PhD (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! Hohes Haus! Ganz zu Beginn darf ich heute berichten zur Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+. Ich wollte ganz rational beginnen. Natürlich nach der verbalen Entgleisung unseres grünen Kollegen Ecker ein paar Sachen zum Einordnen: Die GRÜNEN – wie so oft – die verwechseln ihre ideologischen Wunschträume mit wahrer Wissenschaft. Vielleicht ist das ein Teilgrund, warum die grüne Partei bei ca. 8 Prozent steht, die FPÖ bundesweit bei 36 Prozent. Vielleicht ist das ein weiterer Grund, dass sich viele Leute draußen – und nicht nur Akademiker oder Studenten, sondern vor allem viele Arbeiter – fragen, wenn sie die GRÜNEN sehen: "Bitte, bitte, geht mit euren ideologischen Wunschträumen einfach baden, wir wollen von euch nichts mehr hören." (Beifall bei der FPÖ.) Und wenn dann noch unser Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter gemeinsam mit dem Bundesparteiobmann als Wissenschaftsfeinde bezeichnet werden und im gleichen Atemzug, im gleichen Satz, nach dem Beistrich, die Willkommenskultur auf ein Podest gehoben wird, wo sie gar nicht hingehört, darf ich nur sagen: Wenn wir 2015 nicht so gehandelt hätten, bereits 2015 gesagt hätten, klar und deutlich, alle, die Hilfe brauchen, können zu uns kommen und alle, die bei uns sind, unser Sozialsystem, unser Bildungssystem und unsere Frauen ausnutzen, bleibt, wo ihr seid! (Beifall bei der FPÖ.) Und nun zur Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+. Ich darf sie alle vielleicht entführen auf eine Reise in unsere Schulzeit und darf mit der Farbenlehre beginnen. In der Farbenlehre haben wir alle in der Schule gelernt, es gibt drei Grundfarben. Diese sind Rot, Gelb und Gott sei Dank Blau. Mit diesen drei Grundfarben kann ich alle weiteren Farben mischen. Beispiel Gelb und Blau ergibt Grün, Rot und Gelb Orange und alle weiteren Schattierungen. Und so ähnlich wie es mit den Farben ist, ist es auch mit den Meinungen. Nur ganz links außen wird es einfach nicht akzeptiert. Es gibt oft unterschiedliche Probleme, unterschiedliche Sichtweisen, nicht jeder von uns ist gleich, alles ist innerhalb des Verfassungsbogen und das ist gut und richtig. (Beifall bei der FPÖ.) Und wenn ich immer nur im eigenen ideologischen Sumpf fische, mit den gleichen linken Fundis zusammensitze, dann wird nichts rausgekommen und darum stehe ich bei 8 Prozent. Aber wenn ich unterschiedliche Meinungen zulasse, es ertrage, dass ich unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Parteien, unterschiedliche Ansichten habe, dann kommt am Ende des Tages etwas Besseres raus. Und ganz wichtig ist das in der Meinungsvielfalt an unseren Universitäten. Wir sagen ganz klar: In unseren Universitäten – und hier bin ich jetzt bei Niederösterreich und bei der Hochschullandschaft in Niederösterreich mit ihren 15 Bildungseinrichtungen, jetzt wird in Niederösterreich, und davon bin ich felsenfest überzeugt, ein weiter Bogen gespannt – sei es die Theologische Hochschule in Heiligenkreuz, sei es die Donau-Uni in Krems oder auch die Militärakademie in Wiener Neustadt – der Bogen ist ein weiter und der ist gut. Wir haben ca. 30.000 Studierende derzeit in Niederösterreich, 8.000 Lehrende. Und ich sage es jetzt ganz klar hier an dieser Stelle: Der wahre Indikator von Diversität an den Universitäten ist nicht die Hautfarbe oder das Geschlecht. Der wahre Indikator von Diversität ist, welche Meinungen ich zulasse. Und hier müssen wir uns alle an der Nase nehmen und sollten an einer höheren Diversität an Meinungen arbeiten. (Beifall bei der FPÖ.) Mein zweiter Punkt für heute, und hier möchte ich die Hochschulstrategie in das Zentrum stellen – wie bereits die Frau Abgeordnete Collini gesagt hat – auf 20 Seiten zusammengefasst, die Vision ist klar formuliert: attraktiver Standort, zukunftssicher, verantwortungsbewusst, starker Partner mit der Wirtschaft, hat sechs Leitlinien. Aus meiner Sicht entspricht diese Strategie... hat sie alle Punkte, die eine Strategie beheimaten sollte. Am Ende des Tages kommen wir wieder auf die 15 Standorte in Niederösterreich zurück und die Professionalität in der Umsetzung am jeweiligen Uni- oder Fachhochschulstandort ist ganz, ganz ausschlaggebend, was am Ende des Tages für ein Produkt rauskommt. Es gibt wahrscheinlich zwei Bereiche, weil diese Strategie ja die nächsten sieben bis zehn Jahre abdecken soll. Zwei Teilbereiche, die man bereits leicht berücksichtigt hat, aber unser Augenmerk sollte in den nächsten Jahren darauf gerichtet werden. Das eine ist die Revolution im Bereich der künstlichen Intelligenz. Und ganz – und da schaue ich jetzt in die Richtung der Kollegen von der SPÖ – ganz im Sinne der margeschen Arbeitsverdrängung werden wir es das erste Mal mit einem Verdrängungsprozess zu tun haben, wo Maschinen oder die KI nicht Arbeiter verdrängen, also die "Blue Collar Workers" aus England, sondern Akademiker verdrängen werden. Es gibt bereits heutzutage Studien, dass 75 Prozent unserer Buchhalter wahrscheinlich durch KI ersetzt werden und akademische Berufe ebenfalls. Das wird natürlich einen Einfluss haben auf diverse Studiengänge, weil genauso Studiengänge, die wir derzeit als hoffnungsfroh und toll finden, wird es einfach nicht mehr geben in sieben bis zehn Jahren. Und das Zweite – und es wundert mich sehr, dass es heute noch gar nicht zur Debatte gestanden ist, weil es ebenfalls ein Teil dieser Hochschulstrategie ist und bundesweit sehr unterschiedlich diskutiert wird – ist das Promotionsrecht an unseren Fachhochschulen. Also es ist ein hehres Ziel, dass auch unsere Fachhochschulen dieses Promotionsrecht haben und quasi den gesamten Bologna-Prozess bis nach oben auch den PhD abdecken können, es geht aber immer um den wissenschaftlichen Unterbau. Und wenn ich die eine oder andere Fachhochschule in Niederösterreich kenne, dann wird hier sehr viel zu tun sein, um diesen wissenschaftlichen Unterbau auch anzufüttern, zu haben, um letztendlich um die Titel... also um den Titel des PhD laufen zu können. Vereinfacht, und das bringt mich auch jetzt auch zum Schluss von meiner Rede, diese vereinfachte Darstellung, und das ist, glaube ich, auch der erste Satz in dieser Hochschulstrategie: Hochschulen sind Orte der Bildung und der Wissensgenerierung. Und da bin ich sehr froh, und es wurden heute bereits ganz, ganz viele Anglizismen und Begriffe aus dem englischen Sprachbereich versucht, in unsere Hochschullandschaft in Niederösterreich zu importieren, ist es mir ganz wichtig, dass wir im deutschsprachigen Raum noch immer einen starken Fußabdruck in Deutschland und Österreich haben, von Johann Gottlieb Fichte, der mit seinem Universitätsplan den deutschen Idealismus im 19. Jahrhundert prägte und die drei wesentlichen Dinge, die er angesprochen hat, die sind heute noch immer gültig. Und da sieht man einfach die Beständigkeit des deutschen Idealismus. Das eine ist Ausbildung, das Zweite ist Erziehung, und das Dritte ist Bildung. Spreche ich von Ausbildung, sind es handwerkliche Fähigkeiten, spreche ich von Erziehung, sind es Tugenden wie die Ehre, Haltung und Ehrlichkeit, und spreche ich von Bildung, sind es Gerechtigkeit oder ein vernünftiges Menschenbild. Und alle drei Arten – also Ausbildung, Erziehung und Bildung – werden in unterschiedlichen Arten und Weisen von der Volksschule über die Mittelschule, das Gymnasium und weiter in die Fachhochschulen und Universitäten gelehrt. Und das ist gut so. Und warum ist das gut so? Weil alle drei Dimensionen – Ausbildung, Erziehung, Bildung – den Menschen und unserer österreichischen Gesellschaft inne sind. Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
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