Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-864/XX-2025 – Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mag. Zeidler-Beck, MBA(ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hoher Landtag! Ich möchte vielleicht die Debatte dorthin zurückführen, worum es eigentlich bei dieser Hochschulstrategie 2030 geht. Und ich möchte die Frage an Sie stellen, ob Sie noch wissen, was im Jahr 2012 war? Manche von Ihnen sind damals schon als Abgeordnete hier gesessen, ich selbst habe gerade intensiv an meiner Diplomarbeit gearbeitet. Die meisten von Ihnen waren vermutlich damals schon auf Facebook. Ein paar besonders mutige Technologieaffine haben sich bei Google+ registriert, das es mittlerweile schon gar nicht mehr gibt. Sie haben mit einem iPhone 5 telefoniert oder vielleicht auf dem neuen Microsoft Surface gearbeitet, das 2012 zum ersten Mal erschienen ist. Es ist eine Technologie aus der Taufe gehoben, die heute in unser aller Alltag angekommen ist – nämlich die künstliche Intelligenz. Und 2012, das war auch das Geburtsjahr exakt jener jungen Menschen, die heute 13 Jahre alt sind und die demnach im Jahr 2030 die Jüngsten sein werden, die an unseren Fachhochschulen in Niederösterreich studieren, die dort forschen, die dort Innovationen schaffen. Natürlich selbstverständlich mit vielen anderen, die sich dazu entscheiden, im zweiten Bildungsweg zu studieren, die sich vielleicht für einen etwas anderen Lebensweg entscheiden und später studieren oder die zum Beispiel berufsbegleitend noch eine Fortbildung machen. Aber wenn wir an dieses Jahr 2012 denken – und darum wollte ich diese Reise mit Ihnen machen – so ist es ein Jahr, mit dem hat jeder von uns noch Verbindungen hat und so wird, glaube ich, ganz besonders greifbar, worum es bei dieser Hochschulstrategie 2030+ geht. Denn – und meine Kollegin hat das gesagt – diese Hochschulstrategie 2030+, die ist kein abstraktes Konzept. Die ist, wenn man so möchte, ein Vertrag, den wir heute als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger mit dieser künftigen Generation abschließen. Es geht um ein Bildungsprogramm, es geht um ein Zukunftsprogramm für Niederösterreich als Wissenschaftsstandort, als Wirtschaftsstandort und auch als Innovationsstandort. Und es geht – und davon bin ich ganz fest überzeugt – gerade in Zeiten multipler Krisen, in Zeiten großer Veränderungen, in Zeiten – weil ich da jetzt gerade hinausschaue – mit vielleicht durchaus nebeligen Aussichten für die Zukunft. Es geht auch darum, neue Antworten zu finden. Und ich bin fest davon überzeugt, dass uns Wissenschaft und Forschung gerade in so einer Zeit neue Antworten geben können, dass sie uns vor allem aber auch ganz viel Zuversicht am Weg in die Zukunft schenken können. Und was uns jedenfalls Zuversicht geben kann, das ist die Entwicklung, das ist das Fundament, auf das wir mit dieser Hochschulstrategie 2030+ aufbauen. Vor 31 Jahren, da war Niederösterreich ein blinder Fleck auf der Wissenschaftslandkarte. Da hatten viele von uns noch nicht einmal die Möglichkeit, in Niederösterreich zu studieren. Heute erleben wir einen ganz vielfältigen Bildungsstandort. Wir erleben einen – und das ist für ein Flächenbundesland auch entscheidend – einen ganz dezentral aufgestellten Bildungsstandort, der unglaubliche Schwerpunktsetzungen aber auch jetzt schon zu bieten hat. Ich weiß nicht, warum die kritisiert wurden von der Kollegin Collini, aber wenn ich an Krems denke, dann gibt es dort einen Hotspot für Medizin. Wenn ich an Wiener Neustadt denke, dann gibt es dort ebenfalls ganz viel in Richtung Medizin. Wir erleben unsere Fachhochschulen wie St. Pölten, die sich im Medien- und Kommunikationsbereich einen Schwerpunkt schaffen. Also wir haben einen Bildungsstandort, der unglaublich vielfältig ist, der besteht aus der UWK, unserer öffentlichen Universität, der besteht aus unseren Fachhochschulen, aus unseren Privatuniversitäten, aus den Theologischen Hochschulen, aus den zwei Pädagogischen Hochschulen und auch aus unserem Leuchtturmprojekt, auf das wir, glaube ich, alle hier zu Recht sehr stolz sein können, auf das IST in Klosterneuburg. Dazu kommen... und diese Hochschulen, die sind heute nicht in einem leeren Raum, die sind in einem Forschungsumfeld eingebettet. Ich denke an meinen Heimatbezirk Laxenburg, wo wir das IIASA haben, ein international anerkannteres Institut, wenn es auch um Science Diplomacy geht, wenn es darum geht zu verbinden, gerade in Zeiten, in denen die Welt sich vielleicht immer mehr auseinanderdreht. Nirgendwo sonst, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, sind in den vergangenen zehn Jahren die Studierendenzahlen so stark gestiegen wie in Niederösterreich. Um 37 Prozent auf den Fachhochschulen und um unglaubliche 166 Prozent bei den Privatuniversitäten. Und wenn wir daran denken, dann sind es gerade die Privatuniversitäten, die heute auch einen unglaublich wichtigen Beitrag leisten, wenn es um die Medizinerinnen und Mediziner, wenn es um die Ärztinnen und Ärzte von morgen geht. Und dazu kommt, dass wir bis 2030 noch weitere Zukunftsprojekte verwirklichen werden, wenn ich an den Europacampus in Hainburg denke, wo es ja auch darum geht, verschiedene Nationen zu verbinden, wo es darum geht, verschiedene Institutionen zu verbinden, einen neuen Studiengang auch hier zu entwickeln, und wo schon ab dem kommenden, also ab dem Studienjahr 2028/29, die ersten Studierenden auch anfangen werden. Auf all das gilt es eben, mit dieser Hochschulstrategie 2030+ aufzubauen. Die Ziele sind klar. Es geht darum, dass Niederösterreich weiterhin ein attraktiver Hochschul- und Studienort sein soll, dass wir Studienangebote und Profile weiterhin schärfen, dass wir das Alleinstellungsmerkmal auch weiter ausbilden, dass wir Kooperationen stärken, dass wir auch in die hohe Campusqualität weiterhin investieren. Niederösterreich soll international sichtbar sein. Und ja, Herr Kollege Fiedler, da bin ich schon froh, dass sich die Welt seit 1912 weiter gedreht hat, dass wir heute international zusammenarbeiten und dass wir gerade auch mit dieser Hochschulstrategie auf Internationalität setzen, dass es uns darum geht, die besten Köpfe auch nach Niederösterreich zu locken, und dass es uns gleichzeitig auch darum geht, unseren jungen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern die Welt zu zeigen und ihnen zu ermöglichen, dass sie etwa auch im Ausland studieren. (Beifall bei der ÖVP und Präs. Mag. Wilfing.) Niederösterreich soll ein forschungsstarker Hochschulstandort sein. Das heißt, die Jungwissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen ganz gezielt gefördert werden. Es sollen Förderprogramme weiter ausgebaut werden und es soll da übrigens auch die Brücke zur FTI-Strategie gemacht werden. Und da ist vielleicht auch die Überleitung zum vierten Ziel, weil ab diesem Punkt ist die Hochschulstrategie etwas, was uns alle betrifft. Es geht darum, dass unsere Hochschulen eben auch ein starker Partner für die Wirtschaft sein sollen. Es geht auch hier darum, Wissens- und Technologietransfer zu fördern. Auch da gibt es übrigens viele erfolgreiche Beispiele. Schade, die Kollegin Collini ist jetzt nicht mehr im Raum. Ich denke an das "ESA Phi-Lab" in Schwechat, das eröffnet wurde, ich denke an den "Startup-Inkubator", ich denke an Programme wie "Research2Value". Also auch da gibt es viele erfolgreiche Beispiele. Und dann geht es auch darum – und ich glaube, das ist in Zeiten einer aufkeimenden Wissenschaftsskepsis auch ganz besonders wichtig – dann geht es auch darum, dass unsere Hochschulen gesellschaftliche Verantwortung tragen. Auch da gibt es, glaube ich, sehr viele gelungene Beispiele, kleinere und größere Initiativen, wie es eben auch gelingt, Wissenschaft und Bevölkerung stärker zusammenzubringen, wenn ich an "HEURIKA!" denke, wenn ich an "Wissenschaft trifft Schule" und andere Initiativen denke. Ja, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, wenn wir heute die Technologie von 2012 fragen, was das Jahr 2030 für Niederösterreich bringt, dann sagt ChatGPT: "Niederösterreich wird technologisch moderner sein. Es wird grüner sein und es wird digitaler sein." Ich glaube, wir haben nicht alle diese Megatrends in der Hand, aber wir haben eines in der Hand mit der Hochschulstrategie 2030+: Dass wir diese Entwicklung nämlich nicht nur mitbegleiten, sondern dass wir sie ganz maßgeblich mitgestalten, ganz im Sinne des Jahrgangs 2012 und ganz im Sinne der besten Zukunft für unsere Kinder. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Mödling
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich