Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-1025/XX-2026 – Voranschlag des Landes Niederösterreich für die Jahre 2027 und 2028
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Ing. Linsbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Unser Präsident hat gesprochen, man erkennt den Zustand eines Landes nicht nur an den Wirtschaftsdaten oder Budgetzahlen, sondern am Stellenwert der Kunst und Kultur. (Präsident Mag. Wilfing übernimmt den Vorsitz.) Und gerade in den letzten 40 Jahren ist unwahrscheinlich viel gerade im kulturellen Leben bei uns in Niederösterreich weitergegangen. Es wurde mit Weitblick investiert, und die Leuchtturmprojekte wie Landesmuseum, Kunstmeile und Grafenegg wurden bereits angesprochen. Im Sog dieser Leuchtturmprojekte gab es auch weitere Leuchttürme, wie zum Beispiel die Oper Gars bei uns im Horner Bezirk oder die Sommernachtskomödie auf der Rosenburg, früher Shakespeare. Übrigens, wer noch nicht dort war – der Herr Präsident und ich waren schon dort bei "Sugar, manche mögen´s heiß" – schauen Sie sich das an! Das ist wirklich eine sehr coole Sache, ein unbeschwerter Abend, das dürfen Sie nicht versäumen. Viele Festivals wurden auch ins Leben gerufen, wie zum Beispiel das weit über das Waldviertel hinaus bekannte "Allegro Vivo". Und diese Einrichtungen und Angebote sind heute wesentlich über die Landesgrenzen bei uns bekannt und tragen zur Attraktivität unseres Landes bei. Doch eines, glaube ich, dürfen wir mit Sicherheit nicht vergessen bei all diesen Leuchtturmprojekten: Das kulturelle Herz in Niederösterreich schlägt in unseren Gemeinden. Es schlägt dort, wo Kinder ihr erstes Instrument lernen, wo die Eltern ihre Kinder zur Musikschule führen, wo sich die Menschen nach der Arbeit zur Blasmusikprobe, zur Chorprobe oder zur Theaterprobe gemeinsam treffen. Dort beginnt Kultur, und gerade deshalb ist Breitenkultur eine sehr starke und tragende Säule unseres Kulturlandes. Ich darf es wiederholen, Herr Präsident hat gesagt: Über 200.000 Veranstaltungen in unseren 573 Gemeinden, von den Dorffesten bis zu den Konzerten, Lesungen, Brauchtumsveranstaltungen, all das, was wir alle kennen, ist ein wesentlicher Faktor und spricht für sich. Auch unsere Musikschulen sind dafür das beste Beispiel, und dafür investieren wir auch in dem neuen Budget um eine Million mehr als bisher, weil sie vermitteln nicht nur musikalisches Können, sie vermitteln auch Disziplin, Teamgeist und Verlässlichkeit und die Fähigkeit, aufeinander zu hören – im wahrsten Sinne des Wortes – aufeinander zu hören. Wer gemeinsam musiziert, lernt auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Viele professionelle Musikerinnen und Musiker haben ihren Weg in den niederösterreichischen Musikschulen begonnen. Aber noch wichtiger ist: Alle und tausende – in Summe 63.000 – junge Menschen nehmen aus den Musikschulen etwas fürs ganze Leben mit, unabhängig davon, welchen Beruf sie später ergreifen. Und dasselbe gilt natürlich auch für unsere Blasmusikkapellen, für unsere Chöre, Museen und Amateurtheater und so weiter. Sie bewahren Tradition und sie entwickeln Neues, und das schafft man nicht mit Geld alleine oder das kann man sich nicht mit Geld alleine kaufen. Was sie wirklich schaffen, das ist nämlich Gemeinschaft. Die über 250.000 Ehrenamtlichen, die sich für Brauchtum, Musik, Theater und Kunst engagieren in unseren 850 Museen und Sammlungen, in unseren 1.400 Chören- und Vokalensembeln, in unseren über 3.000 Bands und Formationen und über 1.500 volkskulturellen Gruppen. Ihnen allen gilt unser aufrichtiges Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP.) Weil sie eben nicht nur Veranstaltungen organisieren, weil sie den Zusammenhalt fördern und unserem Land eben das Gesicht geben. Kultur braucht auch Orte und Stätten, Musikheime, Stadtsäle. Deshalb ist auch die Dorf- und Stadterneuerung für diese Debatte so wichtig. Damit die Gemeinden für Familien, junge Menschen, Vereine, Betriebe und Gäste attraktiv bleiben. In 40 Jahren Dorferneuerung wurden in Summe 15.000 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro realisiert. Mit diesem Hebel wurden wesentliche kommunale Investitionen ausgelöst und vor allem – ganz wesentlich – Freiwilligenarbeit mobilisiert. Die vergangenen 40 Jahre zeigen eindrucksvoll, was langfristige Politik bewirken kann. Kultur entsteht eben nicht von heute auf morgen. Sie braucht diese Ausdauer und diese Verantwortung und manchmal eben den angesprochenen Mut zu den Entscheidungen. Meine Damen und Herren, Heimat entsteht nur dort, wo eben Kultur konsumiert wird. Heimat entsteht dort, wo Menschen gemeinsam musizieren, gemeinsam Theater spielen, gemeinsam singen, wo Ehrenamt Gemeinschaft schafft. Deshalb beschließen wir heute mit diesem Kulturbudget ein wahres Budget des Zusammenhalts für unsere Musikschulen, für unsere Kulturvereine, unsere Chöre, unsere Blasmusikkapellen, für all jene Menschen, die Niederösterreich Tag für Tag kulturell lebendig machen. Gehen wir diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weiter, im Sinne unserer Regionen, im Sinne unserer Künstlerinnen und Künstler, vor allem aber im Sinne der Menschen in Niederösterreich. Gebäude kann man errichten, Infrastruktur kann man finanzieren, Gemeinschaft aber entsteht nur dort, wo Menschen gemeinsam singen, musizieren, Theater spielen und Brauchtum pflegen. Ich ersuche Sie daher und breite Zustimmung zu diesem Budget. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Horn
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich