Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-1025/XX-2026 – Voranschlag des Landes Niederösterreich für die Jahre 2027 und 2028
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Dr. Krismer-Huber (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe gerade zum Kollegen gesagt, die Budgetdebatten haben ein ganz positives Element oder Bestandteil, dass man einmal ein bisschen breiter auch Themen aufbereiten kann und man als Partei, als Fraktion auch darlegen kann, was einem wichtig ist, um einmal wieder die Position klarzumachen. Ich möchte ein bisschen weiter ausholen bei Kultur, Kultus und Kunst. Wenn wir uns gemeinsam überlegen, woher wir in der Reise der Menschheit kommen, dann kommen wir ganz schnell darauf, dass bei der Menschwerdung sozusagen es gleich einmal etwas Besonderes war und uns als Mensch ausmacht, dass Kunst ein Mittel ist, das es uns ermöglicht, dass wir uns auch austauschen. Und man weiß heute, dass die Kunstformen ziemlich Hand in Hand gegangen sind auch mit der Entwicklung der Sprache. Und als wir da noch nicht so gut waren, hat es auch die Möglichkeit gegeben, durch einfache Zeichnungen Wissen zu vermitteln. Also das ist für uns ganz etwas Wichtiges. Und da auch Kultus bei dieser Budgetgruppe hier dabei ist, dann macht das durchaus auch Sinn. Denn Kunst und Magie ist etwas, das uns eben immer begleitet hat, und das, was für uns als Menschen zum Überleben wichtig war, wie die Jagd – sehen wir in Höhlenmalereien, die Sie ja alle kennen. Kunst und Kultur ist immer etwas gewesen, was uns als soziale Gruppe, wenn man auch Dinge gemeinsam macht wie Muscheln bearbeiten, Schmuck bearbeiten – also schon sehr früh – dass wir als Gruppe etwas haben, was identitätsstiftend ist für uns. Und das bringt mich jetzt zu Niederösterreich, wie es der Herr Präsident richtig gesagt hat, man so in den Nullerjahren in Niederösterreich strategisch Kunst und Kultur ganz zentral verankert hat. Institutionell, man hat gesagt: Kultur braucht dieses Land, hat dieses Land, und es ist auch ein wirtschaftliches Momentum. Und man hat Strategisches wirklich aufgestellt. Und auch wenn man heute wieder liest: Helga Krismer und Paul Gessl oder sonst irgendwer, oder Direktorin und Paul Gessl. Man muss schon da auch bei der Wahrheit bleiben. Paul Gessl hat hier in Niederösterreich eine Kulturwirtschaft aufgebaut, für die uns andere Bundesländer beneiden. Das hat er in der Tat sehr, sehr gut gemacht. Und er hat es zu gut gemacht. Einer, der ein guter Geschäftsmann ist, verhandelt gut. Und man muss ja eher jetzt... daher ist ja auch meine Reibefläche primär nicht Paul Gessl, sondern die Landesregierung. Wie kommt die Landesregierung dazu, mit der Gesellschaft derartige Verträge zu machen, dass dort eben Geld auch auf die hohe Kante gelegt wird? Also mein quasi Reibungspunkt und die Reibungsfläche ist die Landesregierung und nicht Paul Gessl. Der hat das als Geschäftsführer ganz einfach brillant gemacht. Aber man muss sich hier auf der Regierungsbank die Frage stellen, ob angesichts einer derartigen budgetären Lage es draußen noch jemandem zu erklären ist, dass man so einen guten Vertrag hat, dass dort Geld angehäuft wird, und man sich dann dort wie auf einer quasi internen Kulturbank Geld wieder holt und dann auch noch Zinsen zahlt. Das hat keinen guten Beigeschmack. Und daher würde ich meinen: Bitte, bitte, repariert das! Und es ist wichtig, in Zeiten eines knappen Budgets Kurs zu halten und die mitzunehmen, für die die Kultur eben in Chören, in Blasmusik, in auch Trachtenvereinen, im volkskulturellen Bereich etwas Identitätsstiftendes ist. Es braucht die sogenannte "Hochkultur". Es braucht das, was wir sehen in Grafenegg für vermeintliche Eliten, aber eben nicht nur. Da gehen auch Menschen hin, denen das einfach einmal im Jahr so wichtig ist, dass sie sich das zusammensparen, weil sie da dabei sein wollen, was hier in Grafenegg geboten wird. Und all das macht Niederösterreich aus. Und warum wir wieder mit ganz gutem Gewissen im Grunde dieser Gruppe die Zustimmung geben, ist, weil es einen Kulturbericht gibt, der detailliert ist wie kaum ein Bericht in diesem Lande. Man kann es runter bis auf die Blasmusikgruppen in Retz kann ich mir das als Opposition oder als Bürgerin oder als Interessierte anschauen, was hier passiert. Und daher werden wir da gerne zustimmen und appellieren auch hier noch einmal auf die Regierungsbank, dass diese Verträge alsbald zu sanieren sind, sodass die NÖ Kulturwirtschaft GmbH die Fördermittel bekommt, um dieses Angebot an Mann und Frau zu bringen, damit wir uns quasi gemeinsam auch daran erfreuen können, kritische Kunst oder einfach eine leichte Sommerkunst, wie jetzt an vielen Orten des Landes, kredenzt zu bekommen, aber dass man eben das auch fair gestaltet. Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)
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