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Redebeitrag von Mag. Indra Collini  Vorlage der Landesregierung betreffend Änderung des NÖ Kindergartengesetzes 2006 (NÖ KGG)

zur 39. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 8 der 39. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 18.06.2026

Antrag des Bildungs-Ausschusses

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-992/XX-2026 – NÖ Kindergartengesetz 2006 (NÖ KGG), Änderung

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Mag. Collini (NEOS): Danke sehr. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man sich so einen Gesetzestext anliest zu der Novelle, auf den ersten Blick klingt so etwas immer sehr technisch, weil der Anlass war, dass das Anstellungserfordernisse-Grundsatzgesetz geändert wurde. Also schon alleine der Begriff zeigt, dass es eben technisch klingt. Auch wenn man hineinliest, hat man das Gefühl, es ist ein bisschen kompliziert, weil es geht um unterschiedliche Ausbildungswege in der Elementarpädagogik, es geht um ECTS-Punkte und natürlich ist so etwas immer verpackt in viele Paragrafen. Darum kurz einen Blick, einfach zu schauen, was steht denn da eigentlich dahinter und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein fundamentales Thema. Weil es geht darum, welche Ausbildungen diejenigen mitbringen oder mitbringen müssen, um unsere Kleinsten am Start ihres Bildungsweges zu begleiten. Es geht um die Ausbildungen in der Elementarpädagogik und da hat sich, was wirklich sehr gut ist, einiges getan. Weil wir brauchen nicht nur auf der einen Seite mehr Elementarpädagoginnen und da gibt es eben neue Ausbildungswege und eine Durchlässigkeit, die genau das auch ermöglichen sollen. Wir brauchen natürlich auch hervorragend ausgebildete Elementarpädagoginnen, weil der Kindergarten, der ist kein Aufbewahrungsort, er ist die erste und vielleicht darum auch die wichtigste Bildungseinrichtung im Leben eines Kindes, weil er eben das Fundament legt für den späteren Bildungsweg. Und ich glaube, das ist auch kein Geheimnis, dass uns NEOS genau die Elementarpädagogik auch sehr, sehr am Herzen liegt. Der Beruf der Elementarpädagogik wurde lange unterschätzt und heute machen wir mit dieser Novelle einen wichtigen Schritt zu einer Professionalisierung. Also wir öffnen die akademischen Ausbildungswege, Bachelor- sowie Universitäts- und Hochschullehrgänge werden als fachliche Anstellungserfordernisse verankert. Und zudem bieten aber künftig auch nicht nur Universitäten, sondern auch pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen diese Ausbildungen an. Also was bringt das ganz konkret für die Praxis? Eben mehr Elementarpädagoginnen, weil das, was wir wissen, ist, dass aus der klassischen Kindergartenschule, die BAfEP, die fünfjährige, die Situation so ist, dass 50 Prozent der Absolventinnen und Absolventen nie im Kindergarten landen. Die Berufsentscheidung mit 14, ich glaube, das ist da schon ein Kriterium, die ist da einfach zu früh. Und diese neuen akademischen Wege jetzt und die Kollegs, die sprechen natürlich Erwachsene an, die bewusst diese Entscheidung auch treffen, dass sie in dieses Berufsfeld gehen wollen. Die Durchlässigkeit – ich habe es ganz kurz angesprochen – es gibt jetzt eben auch einen Weg für Praktikerinnen, die bereits jetzt mit Herzblut in den Gruppen arbeiten, da gibt es einen klar geregelten Weg, wie die zu einer vollwertigen Qualifikation kommen. Aber das ist alles richtig und wichtig und es ist da quasi ein Mosaikstein. Ein Mosaikstein hin zu einer echten Elementarpädagogik. Es gibt noch einen zweiten Mosaikstein, an der Schraube, an der wir zu drehen haben, das ist ein bundesweit einheitlicher Qualitätsrahmen. Weil wie ist es heute? Heute regeln wir jetzt zwar in dem Gesetz, wer in der Elementarpädagogik in Niederösterreich arbeiten darf, nämlich die ausgebildet werden müssen. Jetzt geht es natürlich aber auch um die Bedingungen, unter denen die Kinder gebildet werden. Und diese Bedingungen, die hängen in Niederösterreich davon ab, und das finde ich schon sehr fatal eigentlich, in welches Bundesland dein Kind in den Kindergarten geht, weil eben das jedes Bundesland für sich regelt. Und da muss man auch sagen: Was nützt die beste Ausbildung, wenn dann die Lebensrealität in den Gruppen für die Pädagoginnen genauso wie die Kinder halt so divers ist, dass wir einen Betreuungsschlüssel bis hin zu 1:22 haben? Und was heißt das dann: eine Pädagogin auf 22 Kinder. Die Expertinnen in dem Bereich sagen, man bräuchte eigentlich einen Betreuungsschlüssel von 1:7 für eine qualitätsvolle Elementarpädagogik und das ist halt wirklich die nächste Schraube, wo wir drehen müssen. Eine Qualitätsoffensive, dass wir hier einen bundesweit einheitlichen Qualitätsrahmen bekommen, mit klaren Schlüsseln, weil auch die Bildungschancen der Kinder, die dürfen nicht von den Postleitzahlen in Österreich abhängen. Danke. (Abg. Kainz: Sollen sie nach Niederösterreich ziehen, geht es ihnen besser. – Beifall bei den NEOS.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (803 KB)

Zur Person

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
Mödling
Klub/Fraktion:
Landtagsfraktion der NEOS Niederösterreich (ohne Klubstatus)
Wahlpartei:
NEOS – Das Neue Niederösterreich

Detailseite von Mag. Indra Collini öffnen


zur 39. Landtagssitzung
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