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Redebeitrag von Mag. Marlene Zeidler-Beck, MBA  Bericht der Landesregierung betreffend NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds, Niederösterreich-Werbung GmbH, Jahresbericht 2025

zur 39. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 5 der 39. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 18.06.2026

Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-990/XX-2026 – NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds, Niederösterreich-Werbung GmbH, Jahresbericht 2025

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Mag. Zeidler-Beck, MBA (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hoher Landtag! Niederösterreich greift nach den Sternen, keine Sorge, Herr Präsident, ich schweife nicht vom Thema ab, ich rede auch nicht vom Fußball. Es geht um die erste kommerzielle Satellitenmission aus Österreich, die dieser Woche vorgestellt wurde, entwickelt und gebaut von der Firma R-Space mit Sitz in Niederösterreich am Flughafen Schwechat. (Abg. Mag. Collini: Steht das im Bericht? Ich glaube nicht.) Und das ist, glaube ich, schon, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, eine wahre Sternstunde für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Das zeigt auch, dass sich im Bereich Innovation einiges tut, Herr Kollege Ecker. Und vor allem ist R-Space ein Unternehmen, ein Beispielprojekt aus dem Wirtschaftsbericht 2025. Und geschätzte Frau Kollegin Collini, ich glaube, es ist durchaus wert, diesen Bericht mit 108 Seiten anzuschauen, ihn genau anzuschauen. denn dieser Bericht hat einiges zu bieten. Der kann nämlich vor allem auch eine gewisse Orientierung uns liefern. Er kann uns eine Orientierung liefern über den Zustand des Wirtschaftsstandortes Niederösterreich. Und da zeigt sich, dass Niederösterreich sehr, sehr breit aufgestellt ist. Fußballerisch würde man jetzt wahrscheinlich von einer hohen Qualität der Mannschaft sprechen. Wir sehen, dass die niederösterreichische Wirtschaft resilient ist, dass sie auch in schwierigen Zeiten auf einem starken Fundament steht. Und wir sehen, dass im letzten Jahr in gewisser Weise die Kehrtwende geschafft wurde. Wir haben nach Jahren der Rezession erstmals wieder ein Wirtschaftswachstum gehabt. Es war ein zartes, es war ein kleines Wirtschaftswachstum, es war aber auch höher als das österreichweite Wirtschaftswachstum. Und ich glaube, das ist es auch wert, erwähnt zu werden. Wir sehen, dass die Arbeitslosenquote gesunken ist, dass die Beschäftigung leicht zugenommen hat. Und ein Wert, den ich besonders erfreulich finde, ist: Es hat 2025 auch wieder mehr Menschen gegeben, die ans Unternehmertum glauben, die sich Unternehmertum zutrauen, die an den Wirtschaftsstandort glauben. Und es hat wieder die Zahl der Unternehmensgründungen... die ist gestiegen und die ist nur in Wien höher als in Niederösterreich gewesen mit 7.321 Neugründungen – übrigens auf einem Rekordniveau – im vergangenen Jahr. Und ja, der Bericht bestätigt auf der anderen Seite natürlich auch das, was wir alle in Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern erleben, was wir bei Betriebsbesuchen erleben, dass nämlich die Zeiten nach wie vor sehr herausfordernd sind. Von geopolitischen Unsicherheiten, damit verbunden großen Themen wie Lieferketten, wie Energieversorgung, über Fragen des Arbeitskräftemangels, über die vielleicht jetzt weniger gesprochen wird, die aber in der Praxis die Unternehmerinnen und Unternehmer nach wie vor sehr, sehr stark treffen, bis hin zu Zukunftsthemen wie KI, wie Digitalisierung oder etwa auch der Frage der Betriebsnachfolge. Auch das ist ein Thema, wo wir die Generation der Babyboomer gerade sehr, sehr stark spüren und das viele Unternehmen gerade betrifft. Und was wir als Politik in solchen Zeiten tun können, ich würde sagen, was wir als Land NÖ auch tun müssen, ist, eine gezielte Unterstützung zu bieten, zu begleiten und auch in gewissen Bereichen zu fördern. Und damit darf ich ein bisschen etwas zu den Förderungen aus dem Wirtschaftsbericht sagen. Wenn wir uns nämlich die Anzahl der Bewilligungen anschauen, dann fällt der größte Bereich auf den Bereich "digi4Wirtschaft". Das ist ein Programm, das speziell KMUs dabei begleitet, sich den Fragen der Digitalisierung zu stellen, wo es im vergangenen Jahr sehr stark um das Thema smarte Nutzung von Daten gegangen ist. Es folgen dann die Umweltberatungen, wo es sehr, sehr stark um das Thema nachhaltiges Wirtschaften geht und eben das Impulsprogramm "Unternehmerische Investitionen", speziell für Jungunternehmerinnen und Unternehmer und wo es auch um Fragen und Vorhaben der Betriebsübernahme geht. Was diese Beispiele gemeinsam zeigen, ist – und jetzt kann man sagen, das ist Äpfel mit Birnen mischen – aber was es zeigt, ist, glaube ich, und das ist auch das, was du angesprochen hast, Kollege Gerstenmayer, dass es nicht nur die Höhe der Förderung ist, die entscheidend ist, sondern dass es wichtig ist, punktgenau dort zu helfen, wo es Druckpunkte gibt, wo es Herausforderungen gibt für Unternehmerinnen und Unternehmer. Und da ist insbesondere eine Breite des Angebots wichtig, da ist aber auch wichtig, dass wir diese Breite weiterentwickeln, dass wir die Bereitschaft haben zur stetigen Weiterentwicklung. Und genau das haben wir im vergangenen Jahr getan. Es stand das vergangene Jahr ganz, ganz intensiv unter der Erstellung der Wirtschaftsstrategie 2030+ und auch der neuen Tourismusstrategie. Und das Besondere an diesem Prozess im vergangenen Jahr war, der im heurigen Jahr abgeschlossen und ja die Wirtschaftsstrategie präsentiert wurde, dass da auf der einen Seite der Prozess von den Expertinnen und Experten geleitet wurde, dass es aber auf der anderen Seite gerade auch die Unternehmerinnen und Unternehmer waren, die ihr Know-how eingebracht haben, die sozusagen auch geholfen haben, das Ding auf den Boden zu bringen. Und ja, wenn wir in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit steigern wollen, wenn wir das wirtschaftliche Fundament stärken wollen, wenn wir Forschung und Innovation ausbauen wollen, dann gibt es noch einige Potenziale zu nutzen. Und eine davon ist heute schon angesprochen, das ist die F&E-Quote. Das ist ein Bereich, wo die Jobs der Zukunft stecken, wo wir sehr stark aufgebaut haben, wo unglaublich viel in Bewegung gekommen ist. Ich darf an Institutionen mit Weltruhm erinnern, wie das IST, ich darf an den Europacampus Hainburg erinnern, als neuen Leuchtturm, der geplant ist. Ich darf aber auch an viele ganz engagierte Programme erinnern, an "accent" als unseren Hightech Inkubator, an "research to value", wo wir an die Unis, an die Fachhochschulen gehen und die auch schon sozusagen davon begeistern wollen, wie wichtig es ist, aus der Forschung Wertschöpfung zu erzielen. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, zusammengefasst lassen Sie mich es vielleicht noch einmal so sagen: Der Wirtschaftsbericht, der zeigt, wo wir aktuell stehen. Die Wirtschaftsstrategie 2030+, die zeigt uns, wohin wir wollen. Und Unternehmen wie R-Space, die zeigen stellvertretend für so viele Unternehmerinnen und Unternehmer, dass genau das auch möglich ist, dass wir allen Grund haben, mit Mut und Zuversicht auch in die Zukunft zu schauen. Ein Satellit aus Niederösterreich, ganz ehrlich, das war vor einigen Jahren wahrscheinlich noch so unrealistisch wie ein Weltmeistertitel im Fußball. Schauen wir, was heuer noch passiert. Aber ich glaube, wir haben wirklich allen Grund, mit Zuversicht nach vorne zu schauen, weil wir unsere Stärken kennen, weil wir an unseren Herausforderungen arbeiten, vor allem aber auch, weil wir Menschen und Unternehmen in unserem Land haben, die jeden Tag Zukunft gestalten. Und das möchte ich abschließend auch noch in Richtung der SPÖ sagen: Was der Wirtschaftsstandort vor allem braucht, ist engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer. Das ist mit keinem Wort heute gefallen. Weil mit ihrem Engagement, mit ihrem Zutrauen, mit ihrer Zuversicht, da können wir tatsächlich nach den Sternen greifen. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (803 KB)

Zur Person

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
Mödling
Klub/Fraktion:
Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
Wahlpartei:
LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich

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