Zusammenfassung
Antrag des Gesundheits-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-996/XX-2026 – Hebammen-Beratungstermin als verpflichtenden Bestandteil im Eltern-Kind-Pass verankern
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Dammerer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hoher Landtag! Im vorliegenden Antrag wird die vermeintliche Streichung einer verpflichtenden Hebammenberatung kritisiert und behauptet, dadurch würde Unterstützung verhindert. Ich möchte wirklich darum bitten, werdende Eltern nicht zu verunsichern. Fakt ist, eine verpflichtende Hebammenberatung hat es in dieser Form nämlich nie gegeben. Fakt ist auch, bereits 2013 wurde ein freiwilliges und kostenloses Hebammengespräch im Eltern-Kind-Pass verankert. Wir wissen, mit der Einführung einer Verpflichtung hätte dies auch zu Kürzungen beim Kinderbetreuungsgeld geführt, analog zu den bereits angesprochenen zehn verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen im Eltern-Kind-Pass. Im gegenständlichen Antrag wird zwar eine Verpflichtung gefordert, jedoch ohne Konsequenzen, wenn diese nicht absolviert wird. Damit wird letztendlich genau das gefordert, was es bereits jetzt ist – nämlich ein freiwilliges Angebot. Und dieses Angebot wird nicht gestrichen oder wie behauptet weggespart, sondern sogar verdoppelt. Ab 1. Oktober 2026 kommt im Eltern-Kind-Pass eine zweite, ebenfalls kostenlose Hebammenberatung hinzu. Ich halte das für eine deutliche und spürbare Verbesserung für werdende Mütter und Eltern. Darüber hinaus wurde im September 2024 die kostenlose Hebammenbetreuung nach Fehlgeburten nach der 18. Schwangerschaftswoche eingeführt. Auch das zeigt, dass die Begleitung von Frauen in sensiblen Lebenssituationen kontinuierlich ausgebaut wird. Vulnerable Gruppen wie alleinerziehende Frauen mit Migrationshintergrund oder Frauen in Gewaltsituationen wurden bereits angesprochen. Ich befürchte, hier könnte es dann zu Verwechslungen zwischen den verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen mit und ohne Konsequenzen kommen. Meine große Bitte: Stiften wir nicht Verwirrung, sondern leisten wir gemeinsam Hilfe. Gerade für diese Frauen braucht es Information, Aufklärung und niederschwelligen Zugang zu bestehenden Angeboten. Daher, liebe Fraktion der Grünen, kann ich eurem Vorschlag, über die Ausweitung der Hebammenberatung zu informieren, sehr viel abgewinnen. Und in meiner Funktion als Landesobfrau der "Wir Niederösterreicherinnen" werde ich dem sehr gerne nachkommen. Eines möchte ich an der Stelle ebenfalls hervorheben: Niederösterreich verfügt flächendeckend über engagierte Hebammen und starke Hebammen-Netzwerke wie "ProMami". Diese unterstützen und begleiten Familien einfühlsam und kompetent während der gesamten Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett, in der Stillzeit und bei der Rückbildung. Als zweifache Mutter weiß ich das aus eigener Erfahrung und ich habe diese Begleitung stets sehr geschätzt. Daher möchte ich von dieser Stelle aus sehr gerne die Gelegenheit nutzen, um unseren Hebammen für ihre wertvolle Arbeit herzlich zu danken. Ihr seid für uns Frauen eine unverzichtbare Unterstützung in einer prägenden Lebensphase und ihr seid für unsere Babys oft die ersten Heldinnen, die sie kennenlernen, wenn sie das Licht der Welt erblicken. (Beifall bei der ÖVP.) Wir freuen uns daher, dass an der Hebammenberatung nicht gespart wird, sondern dass sie ausgebaut wird und diese Unterstützung Familien Schritt für Schritt stärkt. Vielen Dank allen, die hier konstruktiv mitarbeiten für unsere Familien und die beste Zukunft für unsere Kinder. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Melk
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich