Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-1012/XX-2026 – Universitätsklinikum Tulln, Sanierung und Umsetzung des NÖ Gesundheitsplans 2040+
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Hahn, MEd MA (SPÖ): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Hoher Landtag! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, wir sprechen heute über die Sanierung und den Ausbau des Universitätsklinikums Tulln und wir sprechen damit aus meiner Sicht über ein Herzstück der Gesundheitsversorgung in der Region Mitte. Und als Abgeordnete, in deren Bezirk dieses Klinikum liegt, als Vertreterin der Menschen in dieser Region, sage ich ganz klar und ich hoffe, dass wir uns in diesem Raum heute zumindest in diesem Punkt einig sind. Ich weiß, heute in der Gesundheitsdebatte war das auch schon nicht der Fall, aber ich glaube, da sind wir uns einig, dass Gesundheit durchaus das höchste Gut unserer Gesellschaft ist und unser Gesundheitssystem muss diesem Anspruch natürlich auch standhalten und vor allen Dingen auch dann dem Druck der Zukunft diesbezüglich standhalten. Gerade für meinen Heimatbezirk Tulln ist dieses Projekt natürlich von immenser Bedeutung, wie alle wissen. Der Bezirk Tulln und die gesamte Region umliegend gehören zu den am stärksten wachsenden Gebieten in ganz Niederösterreich. Immer mehr Menschen ziehen zu uns, ziehen in die Region. Das sind junge Familien, das sind aber auch Menschen der älteren Generation. Dieses enorme Wachstum an Einwohnern bringt natürlich auf der einen Seite eine gute Dynamik, aber es bringt auch eine enorme Verantwortung für die gesamte öffentliche Infrastruktur mit sich. Und es ist ganz klar: Dadurch ergibt sich ein ganz wesentlicher Anspruch. Wer im Zuzugsgebiet Nummer 1 im Land lebt, der muss sich auch darauf verlassen können, dass das Gesundheitsangebot, das medizinische Angebot mit diesem Wachstum dann auch Schritt halten kann. Mit dem vorliegenden Projekt – wir haben es heute schon gehört – investiert das Land NÖ nicht ganz 134 Millionen Euro in den Standort Tulln, und das ist angesichts der Bevölkerungsentwicklung mehr als dringend notwendig. Ich glaube, man kann mit Fug und Recht behaupten, das Tullner Krankenhaus ist ein gutes Krankenhaus, aber es ist nicht mehr in allen Bereichen – wenn man so schön sagen möchte – state of the art. In einigen Bereichen gibt es inzwischen einfach andere, modernere Standards, als das noch vor 20 oder mehr Jahren der Fall war. Zum Beispiel die Patienten, die teilweise noch in Sechsbettzimmern untergebracht werden, die zentrale Notaufnahme, die inzwischen wirklich aus allen Nähten platzt, zu wenige Wartezonen, die existieren, viel zu knapp bemessene OP-Kapazitäten und vieles mehr. Das heißt, wir müssen investieren, um auch tatsächlich ein zukunftsfittes, regionales Schwerpunktkrankenhaus auszuholen zu machen. Im Sinne der Patientinnen und Patienten, aber vor allem auch – und das darf man in der Diskussion, glaube ich, auch nicht vergessen – im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier tagtäglich unter immer größerem Druck arbeiten und ganz Gewaltiges leisten. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle dafür. (Beifall bei der SPÖ.) Wir stimmen dem Antrag natürlich zu. Natürlich gibt es von uns ein "Ja" zum benötigten, dringend benötigten vierten OP-Saal, zur Modernisierung der Geburtenhilfe der Kinderheilkunde, zur Modernisierung der Patientinnenzimmer, zum Einsatz eben der modernsten OP-Geräte wie zum Beispiel eben das Roboter-System Da Vinci. Eine wachsende Region wie Tulln braucht einfach eine starke Versorgung auf einem entsprechend modernen Stand, auch und vor allem von den Kleinsten angefangen bis zur älteren Generation. Aber, und das sage ich auch ganz deutlich dazu: Wir werden ganz genau hinschauen, denn wir beschließen hier durchaus ein riesengroßes Projekt mit einer Laufzeit bis zur baulichen Fertigstellung im Jahr 2034, wenn es denn so halten wird, der Plan. Das sind dann mindestens acht Jahre, in denen unsere Bevölkerung noch weiterwachsen wird. Das dürfen wir nicht vergessen. Wir als SPÖ werden also ganz genau hinschauen und kontrollieren, ob die Pläne wie vorgesehen auch entsprechend umgesetzt werden und ob das Projekt auch den Anforderungen der Zukunft standhält. Wir werden darauf achten, ob es wirklich überall zu den versprochenen Verbesserungen kommt, denn es gibt, glaube ich, durchaus vielfältige Fragen, die man sich schon heute stellen muss, damit es dann am Ende nicht heißt, hätten wir denn bloß oder warum haben wir denn nicht. Das heißt, man muss sich heute schon fragen: Reichen die Kapazitäten dann auch in 10, 15, 20 Jahren für die wachsende Bevölkerung? Werden die Arbeitsbedingungen für das Personal dadurch auch tatsächlich spürbar verbessert? Und bleibt die Versorgung während der langen Bauphase dann auch ohne Abstriche für die Menschen im Bezirk gesichert? Wir wollen natürlich eine moderne Schwerpunktklinik in Tulln, die diesem Wachstum unseres Bezirks gerecht wird. Ich glaube, wir sind uns einig: Das Geld ist richtig und wichtig investiert, aber am Ende muss die Qualität stimmen. Darauf werden wir schauen. Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Tulln
- Klub/Fraktion:
- Klub der Sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Niederösterreichs
- Wahlpartei:
- Sozialdemokratische Partei Österreichs