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Redebeitrag von Anton Erber, MBA  Antrag der Abgeordneten Hörlezeder u.a. betreffend Verbot der privaten Schutzhundeausbildung – Änderung des NÖ Hundehaltegesetzes

zur 38. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 13 der 38. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 28.05.2026

Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-967/XX-2026 – Verbot der privaten Schutzhundeausbildung – Änderung des NÖ Hundehaltegesetzes

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Erber, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Präsidenten! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist natürlich schon relativ spannend, wenn man dieser Diskussion folgt. Es ist angesprochen worden, das Ansprechen von niedrigen Instinkten. Da wird dann der Hund plötzlich als Waffe bezeichnet, und ich möchte es jetzt einmal sehr direkt sagen: Ein Hund ist ein Lebewesen. Ein Hund ist ein Lebewesen und folglich, um was geht es? Egal welche Ausbildung von Hund, worum geht es? Es ist immer Beziehungsarbeit, die man macht. Und wenn man sich anschaut, wo vorgewarnt wird, und ich verstehe das schon auch phasenweise, dass da Kinder gefährdet werden oder Menschen gefährdet werden oder irgendwelche Zusteller gefährdet werden. Das, was wir halt ganz, ganz oft sehen, ist: Es passieren dann Unfälle, wenn nicht der Hund ...und es gibt schon Hunde, also da brauchen wir jetzt nicht herumdiskutieren, es gibt Hunde, genauso wie bei den Menschen auch, da stimmt etwas nicht. Das gibt es. (Heiterkeit bei Abg. Mühlberghuber und dem Zweiten Präs. Waldhäusl.) Aber in den allermeisten Fällen ist das Problem ja nicht der Vierbeiner, sondern der, der ihn auf der anderen Seite an der Leine hat oder eben nicht an der Leine hat, der nicht mit ihm umgehen kann. Und da können wir hin- und herdiskutieren hier im Landtag oder meinetwegen auch im Nationalrat, ich kann eines ganz sicher sagen: Gegen Verantwortungslosigkeit und gegen Dummheit gibt es kein Gesetz, weil halt ganz viel, leider Gottes, auch Menschen damit Unsicherheiten Komplexe überdecken, indem sie sich halt einen großen Hund nehmen oder auch einen scharfen Hund nehmen, der von der Rasse her eher zu denen gehört und überhaupt nicht mit dem umgehen dürfen oder können. Und wenn man es sich jetzt in der Hundeausbildung auch anschaut, ich halte ja das für problematisch. Man muss ja heute auch, wenn man einen Hund hat, der zum Beispiel ein Listenhund ist – wobei ich der Meinung bin, da sind sogar Hunde dabei, die von der Natur eher freundliche Hunde sind – muss man diese BH-Prüfung machen. So, das Problem ist, der kriegt aber jetzt den Hund, dann beginnt er mit einer Ausbildung, weil er es machen muss. So, jetzt sind da oft, nicht oft, es sind auch Menschen dabei, die beginnen dann mit Ausbildungen und machen sie nicht fertig. So, jetzt habe ich dann plötzlich einen Besitzer mit einem Hund. Was ist dann mit dem Hund? Der macht die Prüfung nicht. Eigentlich dürfte er den Hund gar nicht haben. Und da wird schon ein Problem erzeugt. Und wissen Sie, genau da setzt nämlich eine seriöse Ausbildung an: bei der Beziehungsarbeit. Also egal, was du machst, es ist immer in Wahrheit Beziehungsarbeit und ich kann da nur einmal öfter appellieren, sich mit seinem Hund auseinanderzusetzen. Und das beginnt schon damit, dass ich mir überlege, welcher Hund passt denn zu mir, und welcher Hund passt auch zu unserem Familienumfeld? Das heißt, das muss ich mir einmal überlegen, bevor ich mich überhaupt für einen Hund entscheide. Und wenn wir jetzt über die Schutzhundeausbildung sprechen, da gibt es ja einen ganz, ganz besonderen Grund, warum wir diesem Antrag nicht zustimmen können. Und zwar dieser eine Grund ist – und das ist phasenweise ja schon durchgekommen – es ist zwar jetzt gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber zum Beispiel der ÖKV, der hat ja interne Richtlinien. Der sagt, du darfst nur, wenn du die Ausbildung gemacht hast, auch in die Zucht einsteigen. Und jetzt möchte ich schon sagen: Das sind wirklich gute Hunde, auch sehr etablierte Hunderassen, wie zum Beispiel der Deutsche Schäferhund, der Dobermann oder der Riesenschnauzer. Da gibt es nichts dagegen einzuwenden. Das heißt, da findet eine seriöse Ausbildung statt und ich bitte halt um eines: Dass wir uns das wirklich überlegen, ob wir das wollen, und jetzt brauche ich es nicht noch einmal wiederholen, ob wir das wirklich wollen, weil die Deppen werden ihre Hunde falsch ausbilden, da können wir Gesetz beschließen, was wir wollen. Also das wird passieren. Das können wir uns schon überlegen. Das, was ja auch phasenweise gekommen ist, ist, wenn wir nicht mehr in der Zucht in Österreich sind, die übrigens ein sehr, sehr hohes Niveau hat in Österreich, dann wird es natürlich zu Hundeimporten kommen, weil einer, der genau so etwas haben will und so einen Hund haben will, der holt sich den auch aus dem Ausland. Es wird halt dann sozusagen irgendwo in den Grauzonen passieren. Das kann nicht unser Ziel sein. Also vielmehr brauchen wir Folgendes: Dass wir wirklich in der Ausbildung auch auf diese Qualitätsstandards schauen, dass wir die verpflichtenden Ausbildungen, dass wir auch auf die Ausbildungen der Trainer schauen, dass es regelmäßige Kontrolle gibt, und es muss – und das muss ich auch dazu sagen – es muss natürlich eine harte Bestrafung jener geben, die einfach diese Verantwortung und diese Kontrolle nicht haben. Also das alles braucht es. Aber das, was es sicher nicht braucht, ist, dass wir jetzt – wie ist da gesagt worden? – niedrige Instinkte ansprechen. Ich glaube, das passiert in der Politik eh schon viel zu viel. Sondern das, was wir in Wahrheit brauchen, ist: Wir brauchen gute Hundevereine, wir brauchen gute Trainer, und wir brauchen eine Auseinandersetzung damit, dann werden wir, egal wie diese Ausbildung ausschaut, einen Standard und ein Niveau erreichen, dass wir insbesondere – und das sind ja die Ausnahmen – gut ausgebildete Hunde, dass es da irgendwo zu einem Vorfall kommt, dass das nicht passiert. Und ich kann nur noch einmal sagen: Für all jene, die Idioten sind und das mit einem Hund kompensieren, wird es kein Gesetz geben, das wir da beschließen können. Also wir werden diesem Antrag nicht zustimmen, weil es einfach auch für viele eine Voraussetzung ist, dass sie beim ÖKV teilnehmen dürfen, und alles, was wir in Österreich machen können in der Ausbildung, das traue ich mich zu behaupten, das können wir besser überblicken und sollte auch qualitativ hochwertiger sein, als was wir irgendwo über die Grenzen hereinholen. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (821 KB)

Zur Person

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
Scheibbs
Klub/Fraktion:
Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
Wahlpartei:
LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich

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