Zusammenfassung
Antrag des Gesundheits-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-956/XX-2026 – NÖ Spitalsärztegesetz 1992 (NÖ SÄG 1992), Änderung
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Michlmayr (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hoher Landtag! Wenn wir heute über die Änderung des NÖ Spitalsärztegesetzes sprechen, dann sprechen wir nicht über Paragrafen und wir sprechen auch nicht nur über Strukturen – wir sprechen über Menschen und wir sprechen über Familien. Und genau deshalb möchte ich den Begriff heute ganz bewusst in den Mittelpunkt stellen: Familienmedizin. Die Familienmedizin bedeutet nämlich mehr als nur die medizinische Versorgung. Sie bedeutet Kontinuität, sie bedeutet Vertrauen bis in das hohe Alter und vom ersten Atemzug an. Familienmediziner sehen nämlich nicht nur einzelne Symptome, sondern den Menschen im Zusammenhang mit seinem Umfeld und mit seiner Geschichte und Zukunft. Und genau diese Perspektive brauchen wir in Niederösterreichs Spitälern. Stellen Sie sich unser Gesundheitssystem wie ein großes Netz, Wegesystem vor. Viele kleine spezialisierte Wege und ein großer Pfad, der alle zusammenhält: die Familienmedizin. Sie sorgt dafür, dass niemand verloren geht, dass Übergänge funktionieren und dass der Blick für das Ganze erhalten bleibt. Mit 1. Juni 26 gehen wir hier einen eigenen niederösterreichischen Weg: die neue Facharztausbildung Allgemein- und Familienmedizin. Sie ersetzt die bisherige Ausbildung und wird deutlich vertieft und verbessert. Zukünftig gehören verpflichtende Stationen wie HNO, Neurologie, Dermatologie ebenso dazu wie eine ausgebaute Lehrpraxis. Das ist mehr als eine Reform, das ist ein Qualitätsversprechen. Denn Familienmedizin heißt, die Breite zu können und Zusammenhänge zu verstehen. Und gleichzeitig öffnen wir neue Perspektiven und setzen unseren gemeinsamen Gesundheitsplan 2040 wieder einen Schritt weiter um. Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemein- und Familienmedizin werden zukünftig auch Oberärztinnen und Oberärzte in zentralen Bereichen unserer Klinik sein können. Insbesondere dort, wo Orientierung am wichtigsten ist – in der Erstversorgung, in den Aufnahmebereichen – um unsere Notfallambulanzen zu entlasten. Sie werden in Geriatrie eingesetzt, in der Palliativversorgung oder in psychosomatischen Behandlungen. Gerade in diesen sensiblen Bereichen zeigt sich die Stärke der Familienmedizin. Dort braucht es Ärztinnen und Ärzte, die nicht nur behandeln, sondern die einordnen, die nicht nur Krankheiten sehen, sondern Menschen und ihre Familien. Sie ist der Schlüssel zur Entlastung unseres Systems. Sie hilft, unnötige stationäre Aufenthalte zu vermeiden. Sie stärkt die Qualität unserer Entscheidungen, und sie bringt Struktur in ein immer komplexer werdendes Gesundheitssystem. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, diese Reform ist ein klares Bekenntnis zu einer Medizin, die verbindet statt trennt, zu einer Medizin, die nicht nur spezialisiert, sondern den ganzen Menschen im Blick behält. Sie ist der rote Faden im System, der Orientierung gibt für unsere älteren Generationen bis zu unseren Kleinsten in der Familie. Und genau deshalb bitte ich Sie um die Zustimmung, weil es um die beste Zukunft unserer Kinder geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

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- Wohnbezirk:
- Amstetten
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- Volkspartei Niederösterreich