Zusammenfassung
Antrag des Gesundheits-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-956/XX-2026 – NÖ Spitalsärztegesetz 1992 (NÖ SÄG 1992), Änderung
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mag. Kollermann (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin und Familienmedizin ist ja schon längst beschlossen, war auch ein sehr, sehr langer Weg von den ersten Bestrebungen hin bis zum Beschluss dann 2024. Was wir heute tun, ist ja das notwendige gesetzliche Nachziehen im NÖ Spitalsärztegesetz. Aber lassen Sie mich auch ein paar Gedanken teilen, wie wichtig und notwendig die Einführung dieses Facharztes in der Gesundheitsversorgung insgesamt ist. Denn eines ist unbestritten: Die Allgemeinmedizin ist das Rückgrat unserer Versorgung. Sie begleitet Menschen über ihr gesamtes Leben, sie denkt Medizin ganzheitlich, sie koordiniert, sie orientiert und sie hält das System zusammen. Und genau diese Rolle wird mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin auch nun auch strukturell gestärkt. Dieser Facharzt steht für eine kontinuierliche, koordinierte und patientenzentrierte Behandlung über alle Lebensphasen hinweg. Und mit dieser Anpassung schaffen wir Klarheit über die Qualifikation, über Einsatzgebiete und über Verantwortung bis hin zur Einstufung als Oberarzt oder Oberärztin. Und das ist mehr als Symbolik. Das ist eine echte Aufwertung. Denn wir sagen damit auch ganz bewusst: Allgemeinmedizin ist nicht Medizin niederen Ranges, sie ist hochqualifiziert, sie ist anspruchsvoll und unverzichtbar. Gerade im Spitalsbereich zeigt sich auch, wie wichtig diese Kompetenz ist. Nämlich gerade in der zentralen Erstversorgung in interdisziplinären Aufnahmebereichen, in der Akutgeriatrie, in der Palliativ- und Hospizversorgung und auch in der psychosomatischen Beratung. Genau dort treffen Ärztinnen und Ärzte Abwägungen. Täglich entscheiden sie darüber: Braucht es eine stationäre Aufnahme oder nicht? Gibt es auch eine Versorgung außerhalb des Spitals, die man sicherstellen kann? Und die Antworten auf diese Frage sind entscheidend – für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Effizienz unseres gesamten Systems. Sie entlasten Abteilungen, sie verbessern Abläufe, sie sichern Qualität. Die Aufwertung als Facharztberuf bringt noch einen weiteren Vorzug: Sie stärkt die Attraktivität eines Berufsbilds, das viel zu lange unterbewertet war. Sie ist damit ein klares Signal auch an junge Menschen. Die Allgemein- und Familienmedizin hat Zukunft. Sie bietet Entwicklungsmöglichkeiten. Sie bekommt den Stellenwert, den sie verdient. Und gerade in Zeiten des Ärztemangels, den wir in bestimmten Bereichen sehen, ist das entscheidend. Wenn wir mehr Ärztinnen und Ärzte für dieses Fach gewinnen wollen, dann brauchen wir klare Strukturen, nachvollziehbare Karrierewege und eine faire Einstufung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Gesetzesänderung ist mehr als nur eine Formalität. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu einem moderneren, klareren und leistungsfähigeren Gesundheitssystem. Sie stärkt einen zentralen Berufsstand, und sie stärkt vor allem die Versorgung der Menschen in Niederösterreich. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Spitalsärztinnen und -ärzten unserer Landesgesundheitsagentur, an den Kliniken herzlich bedanken für ihre Leistungen, die sie täglich – auch oft unter schwierigen Bedingungen – erbringen. Sie sind ein ganz, ganz wesentlicher Faktor. (Beifall bei den NEOS.) Und das wollte ich zusätzlich zum Satz "dem Antrag werden wir zustimmen" noch gesagt haben. Vielen Dank. (Beifall und Heiterkeit bei den NEOS.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Mödling
- Klub/Fraktion:
- Landtagsfraktion der NEOS Niederösterreich (ohne Klubstatus)
- Wahlpartei:
- NEOS – Das Neue Niederösterreich