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Redebeitrag von Mag. Silvia Moser, MSc  Aktuelle Stunde der Abgeordneten Mag. (FH) Fiedler, PhD u.a. betreffend Deutsch stärken und Leistung sichern: Gefährden Reformen von Bildungsminister Wiederkehr Niederösterreichs Schulen?

zur 35. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 3 der 35. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 26.02.2026

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-906/XX-2026 – Deutsch stärken und Leistung sichern: Gefährden Reformen von Bildungsminister Wiederkehr Niederösterreichs Schulen?

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Mag. Moser, MSc (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Landesrätin! Hohes Haus! Was wir alle wissen ist, dass die Schulzeit eine sehr wichtige Phase in unserem Leben ist. Sie ist wesentlich für die Entwicklung, nicht nur was jetzt das Wissen betrifft, sondern vor allem für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir haben die sensiblen Phasen der Kindheit und der Pubertät, die wir in der Schule verbringen. Und noch Jahrzehnte danach reden wir bei Klassentreffen oder sonstigen Gelegenheiten darüber, welcher Lehrer fair war, welche Lehrerin besonders fies war, und mit einer gewissen Distanz sehen wir auch gewisse Dinge anders. (Zweiter Präsident Waldhäusl übernimmt den Vorsitz.) Der Titel dieser Aktuellen Stunde "Deutsch stärken, Leistung sichern", das klingt im ersten Moment nach einem Ziel, das wir wohl alle hier im Raum sofort unterschreiben würden. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zu allem: zur Bildung, zum Arbeitsmarkt, zum gesellschaftlichen Miteinander. Wer kein Deutsch kann, ist in unserem System faktisch sprachlos. Aber geschätzte Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, der Weg, den sie hier propagieren und auch der Weg, den der Bildungsminister mit seiner Lehrplanreform eingeschlagen hat, die führen nicht zu mehr Leistung, sie führen geradewegs in eine Sackgasse. Wir reden hier nicht über eine kleine Anpassung der Stundenpläne, wir reden über einen massiven Eingriff in die AHS. Und das auf eine Art und Weise, die demokratiepolitisch wirklich mehr als fragwürdig ist. Reformen werden heute sozusagen per Pressekonferenz und Social Media verkündet, noch bevor es überhaupt ein fertiges Konzept gibt oder die Schulpartner ernsthaft am Tisch saßen. Es werden im Ministerium schon Fakten geschaffen, als wäre alles längst beschlossen. Und geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wer so vorgeht, sendet eine fatale Botschaft. Die Entscheidung ist gefallen, die Praxis darf im Nachhinein bitte nur noch applaudieren oder schweigen. Kritische Stimmen aus der Schule, aus der Wissenschaft, von den Eltern- und Lehrervertretern, Schülervertretern werden ignoriert oder mit billigen Stehsätzen auf Instagram abgespeist. Zum Inhalt: Zum Thema Fremdsprachen und Latein habe ich eine ganz klare Meinung. Wer selbst Latein gelernt hat – und ich habe Latein gelernt und ich habe es phasenweise verflucht – also wer selbst Latein gelernt hat, weiß, dass das kein totes Wissen ist. Es ist logisches Krafttraining für das Gehirn. Man lernt, wie Sprache und Denken funktionieren. Und deshalb sehe ich diese drastischen Kürzungen, wie sie der Minister plant, sehr, sehr skeptisch. Wir dürfen das humanistische Fundament nicht einfach aufgeben. (Beifall bei den GRÜNEN und Abg. Krumböck, BA.) Dass künstliche Intelligenz und digitale Kompetenz heute unbedingt Teil eines zukunftsweisenden Unterrichts sein müssen, das steht für mich außer Diskussion. Und es ist ja im Lehrplan enthalten. Wer heute behauptet, wir bräuchten kein Wissen über Algorithmen oder KI-Ethik, der verweigert der Jugend die Werkzeuge für die Welt von morgen. Und wir brauchen beides, seien wir doch ehrlich, wir brauchen beides: Das Fundament der Tradition und die Kraft der Moderne. Und wenn wir schon von "Deutsch stärken" reden: Ihre starren Deutsch-Förderklassen, wie sie hier in Niederösterreich mit aller Gewalt verteidigt werden, sind das beste Beispiel für verfehlte Politik. Ich halte gar nichts von diesem Modell in seiner jetzigen harten Form. Kinder– und das wissen wir alle – sie lernen Sprachen am besten von Gleichaltrigen. Mit der täglichen Verwendung von Deutsch als Alltagssprache im Unterricht führt man die Kinder heran, dass sie dem Unterricht auch folgen können. Und das ist für mich das Wichtigste. Und ich sage: Geben wir doch den Direktorinnen, den Lehrkräften den Spielraum selbst zu entscheiden, wie sie Kinder fördern, denn sie vor Ort, sie wissen es am besten. (Beifall bei den GRÜNEN und Abg. Mag. Collini. – Abg. Mag. Collini: Das ist richtig. – Dritte Präs. Schmidt: Seh´ ich auch so.) So, jetzt habe ich den Faden verloren. Ja, sie wissen es am besten vor Ort, genau. Manche brauchen halt einen intensiveren Sprachunterricht, einen intensiveren Deutschunterricht. Den sollen sie haben. Andere lernen Deutsch am besten – ich habe es eh schon gesagt – durch das Miteinander im Unterricht. Ihr System aber sortiert nur aus, anstatt Kinder zu integrieren. Sie reden von Leistung, sie verhindern sie aber durch bürokratische Hürden, sie beschweren sich über Probleme und sind selbst ein Teil davon. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und bevor Sie mit dem Finger nach Wien zeigen, schauen Sie einmal auf die eigenen Probleme hier im Land. Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind am Rande der Erschöpfung, weil sie von der Bürokratie der Bildungsdirektion erdrückt werden. Während Sie hier von Ordnung schwadronieren, fehlt es in den Klassenzimmern an den nötigsten Ressourcen. Vom Fehlen von Unterstützungspersonal und Schulpsychologinnen ganz zu schweigen. Hören Sie endlich auf, Bildung als Kulturkampfschauplatz zu missbrauchen. Die Schulen brauchen keine Ministerdiktate von oben und keine FPÖ-Parolen von gestern. Sie brauchen Autonomie, sie brauchen echte Förderung und sie brauchen eine Politik, die den Menschen in der Praxis endlich wieder zuhört. Und ich möchte schließen mit einem Spruch, der mich immer wieder fasziniert und beeindruckt und unter diesem Aspekt sollten wir die ganze Debatte auch sehen: Bildung ist das, was bleibt, wenn man Gelerntes vergisst. Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (673 KB)

Zur Person

Silvia Moser

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
Zwettl
Klub/Fraktion:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Wahlpartei:
Die Grünen

Detailseite von Mag. Silvia Moser, MSc öffnen


zur 35. Landtagssitzung
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