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Redebeitrag von Kathrin Schindele  Aktuelle Stunde der Abgeordneten Mag. (FH) Fiedler, PhD u.a. betreffend Deutsch stärken und Leistung sichern: Gefährden Reformen von Bildungsminister Wiederkehr Niederösterreichs Schulen?

zur 35. Landtagssitzung

Zusammenfassung

Tagesordnungspunkt 3 der 35. Landtagssitzung der XX. Gesetzgebungsperiode am 26.02.2026

Verhandlungsgegenstand

  1. VerhandlungsgegenstandLtg.-906/XX-2026 – Deutsch stärken und Leistung sichern: Gefährden Reformen von Bildungsminister Wiederkehr Niederösterreichs Schulen?

Video-Übertragung der Sitzung

Auszug aus dem Sitzungsbericht

Abg. Schindele (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Landesräte! Hoher Landtag! Ja wir sehen, Bildungsdebatten emotionalisieren und verstehen Sie mich jetzt nicht negativ, aber das ist auch gut so, weil das halte ich wie beim Fußball. Jeder, der in der Schule war, ist ein Bildungsexperte und wir sehen, jeder, der sich damit beschäftigt, trägt dazu bei, dass sich unser Bildungssystem auch weiterentwickelt. Und, Herr Kollege Fiedler, du warst ja sehr beschäftigt, das Feuer in den diversen Stockwerken zu löschen, aber ich glaube, bei deiner 17-minütigen Rede ist mir eines zu kurz gekommen – nämlich die Positivbeispiele. Weil eines muss ich dir... (Beifall bei der SPÖ und der Dritten Präs. Schmidt.)...eines muss ich dir schon sagen: Du redest von dem Unterricht in den Klassen. Du redest von dem, dass kein Unterricht mehr möglich ist. Du redest von unseren Bildungsstätten und ich glaube, dir ist nicht bewusst, dass diesen Unterricht die Pädagoginnen und Pädagogen planen. Und sie überlegen sich, wie sie diesen Unterricht planen. Ich gebe dir recht, es ist manchmal nicht einfach, den Unterricht so zu gestalten, weil die Pädagogen stehen nicht nur eine Stunde vor 25 Kindern, sie stehen oft vier, fünf Stunden hintereinander in diversen, unterschiedlichen Klassen. Aber sie überlegen sich was dabei und deswegen verdient jeder Pädagoge und jede Pädagogin meine höchste Wertschätzung. Und ich glaube, das hat sich von allen einen Applaus verdient. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP, den GRÜNEN und der Dritten Präs. Schmidt.) Ich erzähle Ihnen jetzt kein Novum. Wir alle wissen, dass sich jeder Bildungsminister ein Denkmal setzen will, dass er etwas schaffen will, worauf er dann in seiner Politpension stolz sein kann und auf das er auch verweisen kann. Und es wurden in der Vergangenheit auch schon gute Vorhaben umgesetzt, die von der breiten Masse mitgetragen wurden. Aber es hat natürlich auch Reformen gegeben, die auf Widerstand gestoßen sind oder die auf Widerstand stoßen. Und diese Reformen... da haben wir auch eine Nachbesserung gebraucht und die werden wir auch brauchen. Weil eines ist klar – und das hat uns auch schon die Vergangenheit bewiesen – Reformansätze, die schnell verlautbart werden, ohne dass man dafür wesentliche Partner ins Boot holt, die sind schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt, obwohl es vielleicht auch manchmal gute Ansätze gibt, die weiterverfolgt werden müssen, weil sich die Herausforderungen natürlich auch ständig ändern. Und darum möchte ich Ihnen sagen, was für mich, was für die SPÖ wichtig ist bei Reformen. Es geht in erster Linie darum: Möchte ich etwas wirklich umsetzen, dann muss ich alle Partner ins Boot holen. Und was ganz wichtig ist, und das haben wir gesehen auch jetzt mit dieser Debatte, die in den AHS boomt: der Dialog mit der Praxis. Mit den Pädagoginnen und Pädagogen, die das in der Praxis umsetzen müssen, mit denen muss gesprochen werden. Und eines ist auch klar: Das Ausspielen von Fächern, das hat sich in der Vergangenheit noch nie bewährt. Und ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Ich persönlich, ich habe ja auch unter Tacitus gelitten. Ich habe sechs Jahre Latein gehabt, aber ich bin froh, dass ich gelitten habe, weil ich habe zusätzlich zu dem Lateinunterricht auch noch Französisch und Spanisch in der Schule gelernt und es war oft nicht einfach. Aber es hat mir neben meinen sprachlichen Kenntnissen noch eines gezeigt: wie ich an diverse Prozesse herangehe. Es hat mir wirklich gezeigt, wie ich hier Denkanstöße bekomme, wie ich damit umgehen muss. Es hat mich etwas gelehrt für mein tägliches Leben. Und es ist natürlich die KI und es ist der Informatikunterricht, es sind die neuen Medien extrem wichtig. Warum sind sie wichtig? Na, weil es einfach die Herausforderungen der heutigen Zeit sind. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus, weil alle, die wissen, im Bildungsbereich, in unseren Lehrplänen, da gibt es auch so Schlagwörter wie Kompetenzorientierung. Da reden wir von Unterrichtsprinzipien und niemand, aber auch niemand verbietet uns, dass wir fächerübergreifend unterrichten können. Und deswegen lässt sich das alles gut miteinander verbinden. Und was auch ganz wichtig ist – und da bin ich jetzt wieder bei den Praktikern – ist eine Prioritätenlistung. Was ist wirklich wichtig? Und die Kollegin Moser hat es schon angesprochen, aber auch der Kollege Lobner. Wir brauchen hier Unterstützungspersonal, weil es natürlich auch um eine psychosoziale Unterstützung geht. Wir haben in verschiedenen Gegenständen einen Lehrkräftemangel. Auch hier brauchen wir Lösungen, wie wir das bewältigen können. Wir müssen uns überlegen, wie können wir auch den Lehrberuf attraktivieren, dass uns die Lehrer auch in Zukunft erhalten bleiben. Und ganz wichtig ist auch – und wenn ich jetzt hier an die weiterführende Schule denke – die Grundkompetenzen müssen gefestigt sein. Lesen, Schreiben, Rechnen, wenn das nicht gefestigt ist, dann wird sich jeder Schüler, jede Schülerin im weiteren Verlauf massiv schwertun. Und da gehört natürlich auch die Deutschförderung dazu. Und natürlich ist es notwendig, hier massiv zu fördern. Na warum? Weil die Unterrichtssprache in den meisten Gegenständen eben Deutsch ist. Und wenn ich die Erwartung habe, dass ich mich an Regeln halten muss, dann muss ich diese Regeln erklären können, damit ich sie dann auch verstehe. Weil nur wenn ich etwas erklären kann, dann kann ich sie dann auch verstehen. Und es geht natürlich auch um die Vermittlung von Lerninhalten. Und hier vergessen Sie nicht, auf die Erfahrung auch von Pädagoginnen und Pädagogen zurückzugreifen, weil – und das haben wir heute auch schon gehört – Sprache lernt man nur durch Sprechen. Und es gibt auch noch viele andere Expertisen von den Praktikerinnen, die wir uns hier als Vorbild nehmen können. Und das, was natürlich immer wichtig ist, was natürlich auch finanziell enorme Anstrengungen erfordert: Wir brauchen hier ausreichend Personal. Ja, Hoher Landtag, ich glaube, ich habe unseren Standpunkt deutlich klargemacht. Die bestmögliche Bildung muss allen Menschen zur Verfügung stehen. Sie begleitet uns ein Leben lang. Und es braucht daher auch Bildungsangebote für jedes Lebensalter, die von allen mitgetragen werden und auch alle mittragen können. Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und der Dritten Präs. Schmidt.)

Abweichungen zwischen Text und Video möglich.

Gesamtvideo der LandtagssitzungGesamter Sitzungsbericht als PDF (673 KB)

Zur Person

Kontaktdaten

Wohnbezirk:
St. Pölten
Klub/Fraktion:
Klub der Sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Niederösterreichs
Wahlpartei:
Sozialdemokratische Partei Österreichs

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zur 35. Landtagssitzung
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