Zusammenfassung
Antrag des Kultur-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-851/XX-2025 – Aufwertung des Sports in Niederösterreich
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Hörlezeder (GRÜNE): Geschätzter Herr Präsident! Hoher Landtag! Ich hatte das Privileg beim Match gegen Bosnien im Stadion zu sein. Und wer dort war und wer die Energie gespürt hat, vor allem nach dem Schlusspfiff, der kann, glaube ich, ganz gut einordnen, was für eine Bedeutung das hatte, nach diesen 28 Jahren des Wartens endlich wieder bei einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Es hat uns allen gezeigt, was möglich ist, wenn professionelle Strukturen, ein klarer Plan und dieser unbändige Wille zusammenkommen. Und dann habe ich drei Tage keine Stimme mehr gehabt. Aber geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Euphorie alleine baut natürlich keine schönen Fußballtempel und Begeisterung allein ersetzt auch keine nachhaltige Sportpolitik. Diesen Schwung, den wir jetzt, so glaube ich, im ganzen Land verspüren, den dürfen wir nicht einfach verpuffen lassen. Kommen wir zum ersten Punkt des Antrags, der täglichen Bewegungseinheit. Das ist eine der wichtigsten sportpolitischen Forderungen der letzten Jahre und ich selbst habe das hier im Haus schon oft genug eingefordert. Ja, wir haben in Niederösterreich seit 22 Pilotprojekte im Bezirk Korneuburg, mittlerweile 120 teilnehmende Standorte. Aber Hand aufs Herz: Das reicht halt hinten und vorne nicht aus. Es gibt zwar Bundesmittel von etwa 20 Millionen Euro jährlich für ganz Österreich, aber während wir uns in Niederösterreich ein bisschen in Pilotprojekten und kleinteiliger Bürokratie verlieren, wächst da draußen halt eine Generation heran, die sich viel zu wenig bewegt. Und die Gesundheit unserer Kinder, die darf keine Frage der Postleitzahl sein. (Beifall bei den GRÜNEN.) Also wir brauchen die flächendeckende Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit, und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Der zweite Punkt, der die Gemüter erhitzt – und ja, vielleicht hat mich der Fiebertraum, wie die Kollegin Collini gesagt hat, auch ein bisschen erwischt – ist das Nationalstadion. Und der Teamchef Ralf Rangnick hat das völlig richtig gesagt: "Eine moderne Eventarena würde Österreich sexier machen." Der spricht von einer Destination, die weit über 90 Minuten Fußball hinausgeht, eine Multifunktionsarena für Sport, Konzerte und internationale Großevents. Und gerade in dieser Frage muss man, glaube ich, über den Tellerrand schauen. Wenn wir über den Standort sprechen, dann müssen wir, glaube ich, das Wiener Umland miteinbeziehen. Ein Nationalstadion in Niederösterreich, direkt an der Stadtgrenze zu Wien, das kann absolut Sinn machen. Warum? Weil wir hier den Raum haben, um eine Arena nach modernsten ökologischen Standards zu bauen, statt sie in eine bereits völlig überhitzte und versiegelte Stadtinfrastruktur hineinzuquetschen. Wohlgemerkt gilt es aus meiner Sicht nur dann, sollte man das Happel-Stadion aus den bereits bekannten Gründen tatsächlich nicht entsprechend ertüchtigen oder am gleichen Standort neu errichten können. Niederösterreich hat die Flächen und hat die Anbindungen, sei es über die Schiene oder über das hochrangige Straßennetz, wenn man die Synergien zwischen der Bundeshauptstadt und unserem Bundesland intelligent nutzt. Und ich glaube, mit Josef Pröll als ÖFB-Präsident haben wir da jemanden, der durchaus Brücken zwischen Politik, zwischen Investoren und Wirtschaft bauen kann. Man braucht halt kreative Finanzierungslösungen. Zum Schluss zum Tag des Sports am 18. November. Das Datum ist symbolträchtig natürlich, aber Symbole alleine trainieren halt keine U12-Mannschaft am Dienstagabend im Regen. Der wichtigste Punkt in dem Antrag ist für mich die Ehrenamtsstrategie. Ohne die tausenden Freiwilligen, die unsere Vereine sozusagen am Leben erhalten, würde unser Sportsystem relativ schnell zusammenbrechen. Und diese Menschen sind es, die in Bürokratie und Verantwortung ersticken. Und für die brauchen wir echte Entlastung und moderne Konzepte, um wieder mehr Menschen für aktive Vereinsarbeit zu gewinnen. Und da ist Landeshauptfrau-Stellvertreter Landbauer gefordert. Sorgen Sie dafür, dass der Bund hier koordiniert, aber gestalten Sie selbst aktiv mit! Ersetzen wir Symbolpolitik durch Substanz! Dieser Antrag der SPÖ, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, hat – wie wir deutlich sehen nach meinen Ausführungen – also seine absolute Berechtigung. Und ich denke, die Landesregierung sollte hier ein klares und unmissverständliches Zeichen setzen. Wir stimmen jedenfalls vollinhaltlich zu, denn der Sport ist mehr als nur Tabellenplätze. Er ist Integration, er ist Gesundheit, er ist der Klebstoff unserer Gesellschaft. Also nutzen wir die Euphorie des Bosnien-Siegs, um bleibende Werte zu schaffen für unsere Jugend, für unsere Vereine und für unser Österreich. Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Amstetten
- Klub/Fraktion:
- Grüner Klub im NÖ Landtag
- Wahlpartei:
- Die Grünen