Zusammenfassung
Antrag des Kultur-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-851/XX-2025 – Aufwertung des Sports in Niederösterreich
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Gerstenmayer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Ich habe im Ausschuss schon argumentiert, warum wir diesem Antrag nicht zustimmen werden. Deswegen kann ich mich heute ein bisschen kürzer fassen, will aber trotzdem auf die einzelnen Punkte noch eingehen, die auch der Kollege Spenger jetzt nochmal wiederholt hat. Vorab möchte ich aber sagen, dass natürlich jede Art der Bewegung begrüßenswert und wichtig ist. Unser Ziel im Sportland Niederösterreich – federführend natürlich mit unserem LH-Stellvertreter und Sportlandesrat Udo Landbauer – ist es, dass wir Niederösterreich zum bewegungsreichsten Bundesland machen und die Menschen natürlich so gut wie möglich zum Sport motivieren. Und das funktioniert natürlich am besten bei den Jüngsten der Gesellschaft, bei den Kindern und Jugendlichen. Denn je früher, dass man anfängt eine Bewegungsmentalität näher zu bringen, desto länger natürlich bleibt auch die Affinität zum Sport und zur Bewegung. Und möchte auch dazu sagen, wir sind absolut nicht gegen die tägliche Turnstunde. Im Gegenteil, das ist eine langjährige, freiheitliche Forderung, die bis jetzt nicht umgesetzt wurde. Es ist nur, am Antrag sind zwei, drei Punkte, die mich stören. Wie gesagt, der LH-Stellvertreter ist ja nicht nur Sportlandesrat, er hat auch andere Agenden, aber die Bildung, die gehört definitiv nicht dazu. Deswegen ist der Adressat für diesen Antrag einmal für mich der Falsche. Und auch, wie gesagt, wenn uns die tägliche Bewegungseinheit sehr wichtig ist, aber die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die muss der Bund klären und sichern. Und wie gesagt, es gibt ja ein Pilotprojekt, aber es ist nicht gesetzlich verankert und da stellt sich mir halt schon die Frage, wenn die SPÖ in einer Regierungsverantwortung im Bund sitzt, hätte man das Thema, wenn es einem so wichtig ist, schon in den Regierungsverhandlungen einbringen können und hätte es mittlerweile auch beschließen können, gesetzlich verankern können, bundesweit, flächendeckend. Und das ist nicht passiert. (Dritte Präs. Schmidt: Das ist ja noch nicht umgesetzt.) Und da... ja, es ist noch nicht umgesetzt. (Unruhe bei Abg. Weninger.) Und da ist halt (Unruhe bei der Dritten Präs. Schmidt.), ja, das sagt aber trotzdem mir, dass anscheinend der Wille bei der SPÖ NÖ größer ist als bei der Bundes-SPÖ, weil sonst würde es das schon geben. (Abg. Mag. Samwald: Wir waren immer schon Vorreiter.) Bezüglich dem Nationalstadion, da muss ich der Kollegin Collini beipflichten. Also ich sehe das auch, dass das Nationalstadion in der Bundeshauptstadt verbleiben sollte. (Abg. Weninger: Oder U-Bahn-Anschluss.) Ich glaube nicht, dass das in Niederösterreich beheimatet sein sollte, sondern nach wie vor in der Bundeshauptstadt. (Unruhe bei Abg. Mag. Scheele und Abg. Lobner.) Und ja, ich gebe schon zu natürlich, das Happel-Stadion ist in die Jahre gekommen, auch wenn ich selbst gerne dort bin. Das ist immer schön, wenn man vorher vielleicht ein bisschen eine Kleinigkeit noch isst im Prater, im Schweizerhaus mit einer Partie, dann rüber ins Happel-Stadion, natürlich auf ein tolles Match des Nationalteams. Also ich glaube, das ist schon gut beheimatet dort, auch wenn es in die Jahre gekommen ist. (Unruhe bei Abg. Mag. Scheele und Abg. Lobner.) Man muss aber trotzdem dazusagen, aufgrund der momentan finanziellen Situation... du Rainer, ich weiß, du kennst dich aus beim Fußball, du wirst auch die Zahlen kennen. Dem Kollegen Hörlezeder nehme ich es gar nicht böse, dass er da wahrscheinlich wenig Ahnung hat. (Heiterkeit bei Abg. Müller, BSc.) Aber alleine das Stadion jetzt nur als Beispiel – das wahrscheinlich momentan das modernste ist in Österreich – Wals-Siezenheim in Salzburg, mittlerweile auch nicht mehr brandneu. Das hat damals gekostet 50 Millionen Euro, ist schon ein bisschen her, hat jetzt nicht die Kapazität, wie man es sich von einem Nationalstadion vorstellt, ist keine Multifunktionsarena. Das heißt, man kann sich ungefähr denken, wo man dann liegt. Also da sind wir jenseits der 100 Millionen Euro, und das wird halt schwierig zu stemmen sein. Aber auch wenn dieses Projekt durchgesetzt werden sollte in der Bundeshauptstadt, kann ich den Ball wieder nur zurückspielen: Da gibt es zwei Menschen, die sind da irrsinnig wichtig. Der eine heißt Ludwig, ist Landeshauptmann von der Stadt Wien und der zweite heißt Babler, ist im Bund für den Sport zuständig. Ich glaube, am kurzen Weg wäre das wahrscheinlich für euch als Fraktion nicht so das Hindernis, dass man an die zwei Herrschaften herantritt, um da auch eine brauchbare Lösung zu finden. (Abg. Mag. Scheele: Wir nehmen uns schon noch sehr ernst als Vertreter in Niederösterreich. Wenn du dich nur auf den Babler verlässt... unverständlich.) Punkto Ehrenamt, ja, das ist uns glaube ich allen bewusst, das Ehrenamt ist etwas ganz Wichtiges, nicht nur im Sport, sondern natürlich in jedem Bereich, der irgendwie mit der Gesellschaft zu tun hat. Aber gerade im Sport ist das Ehrenamt natürlich unersetzlich, weil jeder, der schon einmal in Berührung gekommen ist mit einem Verein, weiß, dass es ohne Ehrenamt nicht geht und ohne den Einsatz der ehrenamtlichen Mitglieder in den Vereinen. Und da möchte ich von dieser Stelle – auch wenn es für den Kollegen Spenger oft zu viel ist oder vielleicht keine Wertigkeit hat – ich möchte mich trotzdem bedanken bei allen Ehrenamtlichen, die bei uns in den Vereinen tagtäglich das ganze Jahr wirklich ganz wichtige Arbeit leistet. (Abg. Mag. Scheele: Der arbeitet selbst ehrenamtlich. – Unruhe bei der SPÖ. – Unruhe bei Abg. Pfister.) Was? Das habe ich jetzt nicht verstanden. (Heiterkeit bei Abg. Mag. Keyl.) Ja, weil das Ehrenamt, wie gesagt, ohne das würden unsere Vereine nicht funktionieren. Und gerade in Niederösterreich leben wir das Ehrenamt sehr stark und sehr gut und die Sportsprecher sollten es auf jeden Fall wissen, ich glaube die anderen auch: Wir ehren ja nicht nur unsere Sportler und unsere Spitzensportler, nein, auch die Ehrenamtlichen werden von unserem Sportlandesrat regelmäßig geehrt und ihnen wird die Wertschätzung entgegengebracht, die sie verdienen für ihre Leistungen 20, 25, 30 Jahre oder länger im Verein. Und ich glaube, das ist auch gut so, dass wir in Niederösterreich das so handhaben und so leben. Zum Tag des Sports möchte ich nur sagen: Auch gibt es den auf Bundesebene, den Tag des Sports. Wir in Niederösterreich sind da einen anderen Weg gegangen und versuchen ganz bewusst den Sport zu den Menschen zu bekommen und nicht umgekehrt. Wir setzen auf das Konzept der Regionalsporttage, die sehr erfolgreich die regionalen Vereine und ihr Angebot in den Vordergrund stellen und von dem Konzept wollen wir auch nicht abrücken. Und ich muss da nochmal sagen, da bin ich auch bei der Kollegin Collini: Ich glaube, dass das halt auch unfair ist gegenüber allen anderen Sportarten, wenn wir da diesen Tag als Aufhänger nehmen im Sinne des Fußballs, weil die Nationalmannschaft jetzt die Endrunde von der WM erreichen konnte. Dass wir da den Tag des Sports etablieren, finde ich nicht richtig und auch gegenüber allen anderen Sportarten nicht fair. Abschließend möchte ich trotzdem unserem Nationalteam natürlich gratulieren, hoffe, dass sie über die Endrunde auch vielleicht über die Gruppenphase hinauskommen. Ich kann mich noch erinnern, auch wenn ich ein Bub war, wie sie 1998 in Frankreich gespielt haben, war ein Highlight, darf jetzt von dieser Stelle unserem Nationalteam – auch wenn es noch ein paar Monate dauert – natürlich eine gute Vorbereitung wünschen. Toi, toi, toi! Und ich hoffe natürlich, dass sie so weit kommen wie möglich. Aber wie gesagt, diesen Antrag werden wir leider Gottes ablehnen. (Beifall bei der FPÖ.)
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- Wiener Neustadt
- Klub/Fraktion:
- FPÖ Niederösterreich Landtagsklub
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- Freiheitliche Partei Österreichs