Zusammenfassung
Antrag des Sozial-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-869/XX-2025 – NÖ Kinder- und Jugendhilfebericht 2024
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mühlberghuber (FPÖ): Vielen Dank, Frau Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren, Abgeordnete! Sehr geehrte Frau Landesrat! Ja, wenn wir heute über den Kinder- und Jugendhilfebericht 2024 reden, dann reden wir nicht über abstrakte Tabellen, sondern wir reden über Kinder, die Schutz brauchen und über Familien, die an ihre Grenzen kommen. Der Bericht zeigt klar: Die Herausforderungen werden nicht weniger. Sie werden härter, komplexer und sie werden teurer. Der Bericht zeigt aber auch, immer mehr Kinder in Niederösterreich wachsen unter schwierigen Bedingungen auf und immer öfter müssen der Staat oder die Behörde eingreifen, weil es zu Hause einfach nicht mehr geht. Besonders alarmierend ist eines: Dass körperliche Gewalt erstmals der häufigste Grund für eine Kindeswohlgefährdung ist. Das ist keine Kleinigkeit. Das heißt auch, immer mehr Kinder erleben Gewalt dort, wo sie eigentlich Schutz und Geborgenheit finden sollten – in der eigenen Familie. Gleichzeitig sehen wir auch, dass viele Eltern überfordert sind. Überfordert durch finanzielle Sorgen, durch psychische Probleme und durch fehlende Stabilität. Das darf man nicht schönreden, aber man darf es auch nicht ignorieren. Ein weiterer Punkt sind die stark steigenden Kosten im stationären Bereich. Und der Bericht zeigt uns aus meiner Sicht ein bedenkliches Bild. Die Ausgaben für stationäre Betreuung sind im letzten Jahr um über 20 Prozent gestiegen, und das, obwohl nicht wesentlich mehr Kinder betroffen sind. Das zeigt, die Fälle werden schwerer, die Betreuung wird intensiver und die Probleme werden tiefer. Und besonders betroffen machen mich die Zahlen bei den kleinsten Kindern. Immer mehr Kinder unter vier Jahre kommen in stationäre Einrichtungen, und gleichzeitig geht die Zahl der Pflegefamilien zurück. Und das ist aus meiner Sicht eine ganz, ganz gefährliche Entwicklung, denn gerade die kleinsten Kinder brauchen Nähe, Beziehung, Stabilität. Ein Kind sollte in diesem Alter nie in einer Einrichtung aufwachsen müssen. Und Pflegefamilien leisten ja hier Großartiges, aber sie stoßen an ihre Grenzen. Immer weniger Menschen sind heute bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Darum brauchen wir jetzt endlich einmal eine echte Pflegefamilienoffensive. Das ist höchste, höchste Zeit. Und nicht nur schöne Worte, denn damit kann niemandem geholfen werden. Es braucht wirklich spürbare Unterstützung. Auch die Situation der Fachkräfte ist ernst. Sozialarbeiter und Psychologen arbeiten oft am Limit. Viele sind mit akuten Krisen beschäftigt und haben kaum noch Zeit für vorbeugende Arbeit. Und die Folge ist, dass Hilfe zu spät kommt. Und wenn Hilfe zu spät kommt, wird es teuer und für die Kinder auch belastender. Besonders erregend und auffällig ist für mich auch die psychische Lage unserer Kinder und Jugendlichen. Das ist Stress, die leben in einer Einsamkeit, Selbstverletzungen nehmen deutlich zu. Das sind keine Randthemen, das sind Alarmsignale einer Generation, die Halt, Orientierung und klare Strukturen brauchen. Der Bericht zeigt auch darauf hin: Wir dürfen nicht immer nur reagieren, wenn es eskaliert ist. Wir müssen früher helfen, Familien stärken und Kinder schützen, bevor Gewalt entsteht. (Beifall bei der FPÖ und Abg. Krumböck, BA.) Uns muss ganz deutlich klar sein: Kinder brauchen Sicherheit, Familien brauchen Stabilität und das System braucht klare Prioritäten. Kinderschutz darf nicht ideologisch sein. Es muss praktisch, wirksam und verantwortungsvoll sein. Der Bericht ist eine klare Aufforderung an uns alle. Und Kinderschutz heißt: hinschauen, handeln, Verantwortung übernehmen, und zwar so, damit Prävention wirkt, damit Krisen weniger werden und damit Kinder in Niederösterreich sicher behütet und mit Perspektive aufwachsen können. Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
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Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Amstetten
- Klub/Fraktion:
- FPÖ Niederösterreich Landtagsklub
- Wahlpartei:
- Freiheitliche Partei Österreichs