Zusammenfassung
Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-837/XX-2025 – Umsetzung NÖ Gesundheitsplan 2040+, bauliche Maßnahmen Versorgungsregion Waldviertel sowie Landesklinikum Horn, Projektentwicklung und vorbereitende Maßnahmen zur Umsetzung NÖ Gesundheitsplan 2040+
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Ing. Linsbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Landesrat! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus! Gesundheit ist das Wichtigste, das wir haben, und es ist unsere Verantwortung als Land dafür zu sorgen, dass die Menschen in Niederösterreich – egal, wo sie wohnen: im Mostviertel, im Industrieviertel, Weinviertel oder im Waldviertel – auch in Zukunft eine erstklassige medizinische Versorgung bekommen. Und darum geht es in unserem Gesundheitsplan NÖ 2040+. Es ist kein Hochglanzpapier, sondern ein Plan mit Bodenhaftung. Das zeigt ganz konkret, wo wir in den nächsten Jahren eben investieren müssen, damit unsere Kliniken auch morgen noch und übermorgen modern und leistungsfähig sind. Es geht um nichts weniger als die Schaffung einer Gesundheitsinfrastruktur, die den Menschen im Zentrum hat und in der sich moderne Medizin und fortschrittliche Technologie um die bestmögliche Versorgung unserer Kinder und Enkelkinder kümmert. Ich freue mich heute ganz besonders über die Versorgungsregion Waldviertel sprechen zu dürfen. Denn das, was hier auf den Weg gebracht wird, ist ein starkes Signal für unsere gesamte Region, definitiv ein Meilenstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Mit dem Maßnahmenpaket „Modernisierung und Umsetzung Gesundheitsplan NÖ 2040+“ werden die Standorte im Waldviertel auf die gegenseitigen Anforderungen abgestimmt, immer mit dem Blick auf die bestmögliche Lösung für die Zukunft, die bestmögliche, medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten. So werden mit dem vorgelegten Pakt sowohl bauliche Maßnahmen in die Infrastruktur, Sanierung als auch zur langfristigen Sicherung des Betriebes auch eben für Kapazitäten zu Bündelung von Ressourcen geschaffen. Wir reden hier von über 154 Millionen Euro. Das ist eine Summe, die zeigt, das Land NÖ steht zum Waldviertel. Und unsere Aufgabe als Abgeordnete ist hier diese Stimmung positiv zu verbreiten und Sicherheit zu verbreiten und nicht Verunsicherungen. Es ist im Gesundheitsplan definitiv vorgelegt und auch angesprochen und vom Landesrat Kasser mehrmals erwähnt: Es werden nur Strukturen verändert, wenn es neue Strukturen gibt. Der Gesundheitsplan 2040 denkt eben hier weiter. Es ist weit mehr als Beton und Baupläne. Es geht um eine klare Versorgungsstruktur. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken, zwischen den Häusern wird in den Mittelpunkt gestellt. Wie schaffen wir es, dass Pflege und Medizin auch in Zukunft genügend Personal haben werden? Das alles wird hier beinhaltet und berücksichtigt. Dazu braucht es eben Mut, Weitblick und ganz vor allem Verlässlichkeit und positives „Storytelling“. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Hier darf ich ganz besonders unseren früheren Landesrat Ludwig Schleritzko erwähnen, der den Plan auf den Weg gebracht hat und ganz besonders unseren aktuellen Landesrat Toni Kasser, der ihn mit seinem tüchtigen Team umsetzt. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.) Ein herzliches Danke auch an die Experten, die mit ihrem besten Wissen und Gewissen diesen Plan erarbeitet haben und ganz besonders ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken, besonders hier im Waldviertel. Sie tragen mit enorm viel Engagement und Herzblut dazu bei, dass unsere Leute gut versorgt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Denn ohne den Einsatz wäre kein Gesundheitsplan der Welt etwas wert. Und diese Investition ist definitiv auch ein Zeichen der Wertschätzung und des Respekts vor der Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem Maßnahmenpaket „Modernisierung/Umsetzung NÖ Gesundheitsplan 2040“ werden mehrere Ziele erreicht. Zum einen einmal die bauliche Modernisierung bzw. Sanierung zur Absicherung der Betriebe, die Anpassung der neuen medizinischen Anforderungen und die Optimierung der Versorgungsstrukturen, um eben Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und Synergien zu nutzen. Ganz konkret am Standort Zwettl ist hier beim ersten Paket – und das ist schon ein paar Mal angesprochen worden – es ist hier jetzt einmal das erste Paket, wo die Umsetzung des Gesundheitsplanes funktioniert und angegangen werden soll, und es wird jedem klar sein, dass bei diesem Monsterprojekt „Gesundheitsplan 2040+“ nicht auf einmal alles geschehen kann. Am Standort Zwettl werden eben ein zusätzlicher OP-Saal und zusätzliche Betten für die Orthopädie geplant. In Allentsteig werden Räumlichkeiten auf den neuesten Stand gebracht, vor allem im Sanitärbereich und Reparaturarbeiten, Wasserleitungen derartig durchgeführt. In Waidhofen an der Thaya werden Vorbereitung ganz entscheidend für eine pflegegeführte Station getroffen und der Schwerpunkt Remobilisation und Nahversorgung ausgebaut, weiters noch die Küche saniert. Und im Klinikum Horn werden neben der Sanierung und Modernisierungsmaßnahmen vor allem folgende Punkte umgesetzt: Ganz wesentlich eine Aufwertung des Institutes für Nuklearmedizin durch die Vorarbeiten zur Installierung und Kauf eines PET-CTs – das ist ein Gerät, wo man eben auch Stoffwechselvorgänge und die Anatomie sich gleichzeitig ansehen kann. Ist eine ganz wichtige Methode in der Krebsbehandlung. Gerade in Zeiten wie diesen, wo wir eben durch doch vermehrten Auftritt oder durch sehr viele Krebsfälle hier große Herausforderungen im Gesundheitssystem haben, ist es ja ganz wichtig, hier konkrete Befunde zu erstellen. Je früher man einen Befund hat, umso schneller kann man auch entsprechende Therapien anwenden und das kann eben funktionieren, weil es aktuell einen derartigen PET-CT in Niederösterreich nur in St. Pölten und in Wiener Neustadt gibt und die ziemlich ausgelastet sind. Von Waldviertler Seite werden sehr viele nach Wien geschickt und wir kennen die Problematik mit den Gastpatienten in Wien. Deshalb ist es ganz wichtig, weil hier am Standort in Horn das einzige nuklearmedizinische Institut nördlich der Donau ist und eben ganz wichtig ist für unsere Patientinnen und Patienten, für unsere Bürgerinnen und Bürger. Es werden weiters eben Vorkehrungen getroffen für die Aufbereitung von Krebsmedikamenten, das sollte hier zentralisiert werden in Horn. Warum ist das sinnvoll? Weil die Medikamente enorm teuer sind und in der Folge durch das Zentralisieren und Versorgung der gesamten Region hier weniger Verwurf ist. Es wird quasi weniger weggeschmissen und ist wesentlich effizienter. Weiters sollen auch noch Vorbereitungen – eben schon angesprochen – für die Urologie in Horn passieren, wo auch das robotergestützte Chirurgiesystem installiert werden soll – der Da-Vinci-Roboter – eine wesentliche Verbesserung in der medizinischen Versorgung. Es geht hier um präzisere Schnitte für die Ärztinnen und Ärzte, kürzere Genesungszeiten durch eben weniger Komplikationen. Ganz besonders im Bereich der Urologie oder Onkologie, wo etwa bei Prostata-Operationen eben diese Technologie zum Einsatz kommt. Mit diesen Geräten – PCI und Da-Vinci-Roboter – wird die Gesundheitsversorgung hier bei uns in dieser Region auf ein ganz neues Niveau gehoben. Und ganz, ganz wesentlich ist auch noch der Punkt, dass neben diesen medizinischen Verbesserungen im Tagesgeschäft auch Räumlichkeiten geschaffen werden und das soll dem entgegenwirken, unseren Herausforderungen, demografischen Herausforderungen, vor allem beim Personal. Es sollen Räumlichkeiten geschaffen werden für unsere Fachhochschule und für unsere Gesundheitskrankenpflegeschule, die sehr, sehr gut angenommen wird. Wir haben aktuell am dislozierten Fachhochschulstandort in Horn 60 Studentinnen und Studenten, weil wir eben diesen Nachwuchs so dringend brauchen. Diese Investitionen, die wir tätigen, kommen nicht nur unseren Patientinnen und Patienten zugute, sondern auch ganz besonders – und das ist ganz wichtig – auch unseren Fachkräften vor Ort. Moderne und gut ausgestattete Krankenhäuser schaffen nicht nur bessere Bedingungen zur Behandlung, sondern motivieren auch die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten. Studien belegen eben dies ganz konkret, dass eine zeitgemäße und gut organisierte, funktionale, bauliche Infrastruktur direkt mit der Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit des medizinischen Personals steht. Denn nur in einer Umgebung, die modernen Anforderungen entspricht, können die Mitarbeiter auch ihre Arbeit effizient und motiviert und auf höchstem Niveau leisten. Ich habe jetzt ganz bewusst nur einige Schwerpunkte herausgenommen aus dem Paket, weil ich damit zeigen will, dass diese Investitionen weit über die Versorgungsregion hinauswirken. Nur ein Beispiel: Wir haben in Horn – weil da habe ich die Daten sehr gut erhalten – im Bereich der stationären Patienten aus dem Bezirk Horn im Jahr 2024 circa 4.000 Patienten gehabt. In der Region Waldviertel, Versorgungsregion Waldviertel, haben wir ebenfalls 4.400 gehabt und aus dem Hollabrunner Bezirk 2.800. Das heißt, wir versorgen auch sehr viel am Hollabrunner Bereich mit. Ambulante Patienten genau dasselbe. 18.000 aus dem Bezirk Horn, 11.000 aus dem Bezirk Hollabrunn. Mit der Investition von über 154 Millionen Euro in die Versorgungsregion Waldviertel leisten wir somit nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Versorgungssicherheit, sondern setzen auch ein starkes Signal. Eben, dass unsere Medizin, unsere Gesundheitseinrichtungen für die kommenden Jahre gut gerüstet sind. Und zusätzlich setzen wir ein ganz ein starkes Signal für die Wirtschaftsbetriebe. Durch die Investition in die Infrastruktur wird es auch einen starken Impuls für unsere Wirtschaft geben. Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit der Umsetzung des Gesundheitsplanes Niederösterreich 2040+ setzen wir hier im Waldviertel ein klares Signal. Damit steigern wir nicht nur die Patientensicherheit und schaffen ein modernes Umfeld für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir schaffen auch ein modernes, neues, gutes Umfeld für die Ausbildung von Ärztinnen und Pflegekräften. Und wir schaffen Arbeitsplätze und geben positive Impulse für die niederösterreichische Wirtschaft. Ich bitte daher leidenschaftlich um Ihre Zustimmung zu dieser wichtigen Vorlage. Im Interesse unserer Patientinnen und Patienten, im Interesse unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und im Interesse einer zukunftssicheren Gesundheitsversorgung für das Waldviertel, für ganz Niederösterreich, für die beste Zukunft unserer Kinder. Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP, Präs. Mag. Wilfing und LR Kasser.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Horn
- Klub/Fraktion:
- Landtagsklub der Volkspartei Niederösterreich
- Wahlpartei:
- LH Johanna Mikl-Leitner VP Niederösterreich