Zusammenfassung
Antrag des Landwirtschafts-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-787/XX-2025 – Berichte Ressort Landwirtschaft im Jahr 2024 – A: Wirtschaftliche und soziale Lage der Land- und Forstwirtschaft in Niederösterreich (Der Grüne Bericht); B: Tätigkeit und Wahrnehmungen der Land- und Forstwirtschaftsinspektion
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Hogl (ÖVP): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder des NÖ Landtages! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Heute auch bei der Präsentation und bei den Berichten über den Grünen Bericht über die Lage der Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2024. Es wurde schon angesprochen, dass rund 27.000 landwirtschaftliche Betriebe bei uns in Niederösterreich für unsere Lebensmittel, für gute, gesunde Lebensmittel sorgen. Das sind 26,7 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in ganz Österreich. Insgesamt haben wir 37.500 Betriebe. Der Rest, die restlichen 10.500 Betriebe, sind in der Forstwirtschaft tätig. Wir haben gute Wälder. Wir haben gesunde Landschaften. Wir haben gute Produktionsgrundlagen und wir haben Familienbetriebe – es ist angesprochen worden – 93 Prozent. 93,2 Prozent sind es genau, haben wir Familienbetriebe, die tagtäglich arbeiten, ist gesagt worden, die aufstehen, die für unser tägliches Wohl, für unsere Lebensmittel, für den Erhalt unserer Landschaft, für unseren Lebensraum, aber auch für die Wirtschaft sorgen. Wir dürfen nicht vergessen, das, was wir produzieren, wird weiterverarbeitet bzw. wir kaufen Maschinen, wir haben auch viele andere Tätigkeiten. Rund 20 Prozent der Wirtschaft werden von der Landwirtschaft unmittelbar beeinflusst, leben irgendwo in oder mit oder an der Landwirtschaft oder sind an der Landwirtschaft beteiligt. Und wir haben schon, wie ich Kammerobmann geworden bin vor 30 Jahren, 1995 – da war gerade der EU-Beitritt – gesprochen: "Ja, die Familienbetriebe werden verschwinden. Mit den Subventionssystemen", so hat man zu den Leistungsabgeltungen und Ausgleichszahlungen gesagt, "werden nur die Großen bedient." Aber wenn das so wäre, hätten wir nicht immer noch 93,2 Prozent Familienbetriebe. Ja, sie sind etwas größer, sie wachsen, da ist eine Entwicklung drin, wie es auch in anderen Sektoren und Sparten ist, aber sie werden immer noch nach dem Grundsatz von Familienbetrieben geführt und das ist auch gut so. Wir haben auch eine hohe Quote in Niederösterreich von 23,7 Prozent mit 6.500 Betrieben, die in der biologischen Landwirtschaft arbeiten. Also ich glaube, es ist schon möglich, hier in verschiedensten Facetten – sei es biologisch oder konventionell – gut und familiär zu arbeiten, nachhaltig zu arbeiten und so zu arbeiten, dass wir einem Bauernstand noch gerecht werden. Ja, wir haben schon gehört, dass es im Jahr 2024 geprägt von Spätfrösten, großer Hitze und dann das schreckliche Hochwasser im September, das atypisch war, das jetzt nicht ein großes Gewitter war, sondern wo es langsam geregnet hat – ein Adriatief – aber so viel und so lang, sintflutartig, bis es dann zu großen Überschwemmungen gekommen ist. Aber dass wir da nichts tun, kann man so nicht sagen. Es ist mit dem System der Hagelversicherungen, mit den starken Zuschüssen des Bundes zu diesen Versicherungen, so dass es für die Landwirtinnen und Landwirte auch erschwinglich wird, eine Versicherung abzuschließen, einmal eine große Maßnahme gesetzt. Und wir setzen uns auch immer wieder ein, dass die Mittel aus Brüssel geholt werden und auch national kofinanziert werden. Jetzt zum Beispiel in letzter Zeit hat man sich auch eingesetzt bei der Entwaldungsverordnung. Wir wachsen mit dem Wald. Warum muss man da so unnötige Bürokratien – weil die Bürokratie auch immer angesprochen worden ist – auf sich nehmen in einem Land, wo das gut funktioniert, wo wir gut und nachhaltig vor allem auch in dem Bereich der Wälder und der bewaldeten Gebiete wirtschaften und arbeiten. Ich glaube, hier muss man vorsichtig sein, dass man nicht unnötige Regeln aufstellt, die hier die Landwirtschaft bremsen. Und das sind auch ganz wichtige Signale, die auch vom Bund, von einem Minister Totschnig ausgehen. Ja, Minister Totschnig ist kein großer Plauderer (Heiterkeit bei Abg. Dr. Krismer-Huber.), aber solche Minister haben wir eh schon gehabt, sondern der Minister Totschnig ist ein ruhiger, aber konsequenter Arbeiter – das muss man schon so sagen in diese Richtung – und ich glaube, das dürfen wir uns auch auf unsere Fahnen heften. (Beifall bei der ÖVP.) Denn wir brauchen nicht große Worte, sondern wir brauchen konsequente Taten und die kann man ihm nicht nachsagen, dass er die nicht tut. Wir haben im pflanzlichen Produktionswert... der hat im Vorjahr aufgrund eben dieser extremen Wetterereignisse, die ich schon angesprochen habe, etwas abgenommen. Es hat natürlich auch dadurch vielleicht, weil weniger Produkte da waren, ein bisschen eine bessere Entwicklung im Einkommen gegeben, aber es ist noch weit unter dem, was Spitzenwerte sind. Also wir sind weit weg davon, von Spitzenwerten zu sprechen. Wenn ich jetzt Sektoren hernehme wie den Zuckerrübenbau oder auch den Wein, der lange Zeit sehr gut geboomt hat, sind wir durchaus auch immer wieder preislich unter Druck. Und wenn ich das heurige Jahr hernehme, mit den Erdäpfeln ist es auch so. Und da sind wir auf einem Punkt angelangt: Warum ist das so? Warum ist die Preissituation so, wie sie ist? Weil wir eben mit ungleichen Mitteln oft arbeiten müssen gegenüber anderen Berufskollegen. Das ist nicht "wuascht", ob ein Erdapfel einen Drahtwurm hat oder nicht. Aber dass er keinen Drahtwurm hat, dann muss ich auch entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen setzen können. Wenn ich die nicht setzen kann, wird das passieren. Und wenn ein Drahtwurm da ist, will ihn der Konsument nicht haben, auch die verarbeitete Industrie nicht haben. Was passiert dann? Es werden dann Erdäpfel aus dem Ausland, aus Ägypten importiert. Ist das dann gescheiter? Haben wir dann mehr davon als wenn wir versuchen würden, auch unseren Landwirten die Produktionsgrundlagen und die Standards nicht so hochzuschrauben, dass sie einmal mit einer gesunden Ware nicht mitkommen, auf der anderen Seite auch mit der Preissituation nicht mitkommen? Es ist ein falsches Signal, wenn wir nach Standards produzieren müssen, aber in unseren Regalen gleichzeitig ungeschminkt auch Waren liegen, die nicht mit diesen Standards produziert wurden. (Beifall bei Abg. Dorner und Abg. Erber, MBA.) Und das ist die große Krux, die wir in der Land- und Forstwirtschaft haben bei uns. Das ist ein großer Hemmschuh. Und da bitte ich, da müssen wir miteinander auch ansetzen. Es ist Gott sei Dank gelungen, dass am Milchsektor... auch durch eine konsequente Politik, auch mit den Molkereien, da hat es viele Umstrukturierungen gegeben, dass wir momentan durchaus auf einem guten Weg sind und gute Preise haben. Aber wie gesagt, der ganze pflanzliche Sektor – und da tut mir selbst auch das Herz weh, weil genau aus diesen Pflanzenbaubetrieben, aus diesem Pflanzenbaubereich, aus dem Weinviertel komme ich – ist momentan sehr, sehr trist. Und ja, da können wir nur helfen, wenn wir versuchen, Märkte aufzubauen, wo man nach gleichen Standards produzieren kann. Anders wird der Schmäh nicht gehen, dass man auch wieder zu Preisen kommt, die auch vernünftig sind und von denen man auch leben kann. Und so könnte man auch über vieles reden und lange reden, aber eines, was ich auch als ganz Wichtiges sehe, ist das, dass wir auch alle auf unseren Ebenen, wo wir tätig sind, konsequent auch heimische, regionale Lebensmittel einkaufen. Weil nur unser Bekenntnis zu regionalen Lebensmitteln, auch im Handel, in den Supermärkten, auch bis hin in die Gastronomie – ich spreche das an, auch wenn es nicht ganz populär ist, immer wieder und schwierig ist vielleicht in manchen Köpfen – aber wir müssen überall dort, wo wir leben, wo wir arbeiten, auch versuchen, unsere Lebensmittel hier auch zu verkaufen, zu verwenden und umzusetzen, weil alles, was man selbst macht, das wird man auch in der Zukunft woanders verkaufen können, zu dem wird man stehen können und da wird man auch gute Preise bekommen. Und die Nachfrage letztendlich, des Konsumenten, entscheidet über das, was angeboten werden muss und wo wir auch unsere Produkte dann entsprechend weiterbringen können. Ich glaube, alle miteinander und das abschließend und Fazit: Schauen, dass wir den Landwirten ordentliche Produktionsgrundlagen ermöglichen. Schauen, dass wir nicht Standards haben und gleichzeitig billigere Waren aus dem Ausland hereinholen und schauen, dass wir unsere Produkte verkaufen und verwenden, dann wird es auch immer wieder – trotz aller Schwierigkeiten – in eine gute Zukunft gehen. Und wir werden auch mit den Programmen, die wir haben und wenn wir ordentliche Kofinanzierungen haben, wenn wir nicht unnötige Bürokratien mit irgendwelchen Renaturierungskonzepten, die vielleicht gar nicht so viel bringen als sie versprechen, unseren Landwirten auferlegen, dann wird die Zukunft auch für unsere Landwirtschaft gesichert sein. In diesem Sinne bitte ich euch alle, dass wir diesen Bericht zur Kenntnis nehmen. Danke. (Beifall bei der ÖVP, Präs. Wilfing und dem Zweiten Präs. Waldhäusl.)
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