Zusammenfassung
Antrag des Sozial-Ausschusses
Verhandlungsgegenstand
- VerhandlungsgegenstandLtg.-583/XX-2024 – NÖ Kinder- und Jugendhilfebericht 2023
Video-Übertragung der Sitzung
Auszug aus dem Sitzungsbericht
Abg. Mag. Kollermann (NEOS): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Landesrätin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte, dass wir uns kurz Zeit nehmen für einen ganz allgemeinen Einblick in die Welt der Kinder und Jugendlichen von heute. Dass das Aufwachsen heute herausfordernder ist als vor weit zurückliegenden Zeiten, das möchte ich nicht behaupten, wenn man an Kindersterblichkeit, an nicht vorhandene Kinderrechte, an Kinderarbeit denkt. Aber wir leben im Hier und Jetzt und es geht natürlich darum, die Umstände heute so zu beeinflussen, dass Kinder in unserer Gesellschaft zur Entfaltung ihres jeweiligen Potenzials aufwachsen können. Äußere Krisen wie die nicht so lange zurückliegende Pandemie, Kriegs- und Fluchterfahrungen in der Familie sind ebenso relevant wie der überdurchschnittliche Konsum von sozialen Medien, fehlende echte soziale Kontakte und/oder auch Armut. Diese psychischen Belastungen äußern sich im Anstieg von Angststörungen, Depressionen und anderen Problemen und Beeinträchtigungen mentaler Gesundheit. In zahlreichen Fällen kommen Eltern – oftmals auch alleinerziehende Eltern – mit diesen Herausforderungen nicht ohne Hilfe zurande, weil sie selbst keine stabile Basis haben, auf die sie sich verlassen können. Die Kinder- und Jugendhilfe ist dafür da, bei Problemen und schwierigen Situationen zu unterstützen, sodass auch Kinder und Jugendliche eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben werden, das sie allein aus ihrem familiären Background nicht erhalten würden. Und dafür wenden Land und Gemeinden auch immer mehr Mittel auf, wie wir dem Bericht entnehmen können. Nur mehr Geld allein ist auch hier natürlich zu wenig. Es braucht engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe. Es braucht das Bekenntnis engagierter Politikerinnen, die die Sache zu der ihren machen. Das heißt auch nicht, dass nicht immer auch etwas bessergehen kann. Das heißt auch nicht, dass es nicht immer wieder mal einen schockierenden Einzelfall geben kann, um den man sich auch kümmern muss und wo man auch Fehler im System finden muss. Aber man muss auch nicht so verbissen sein und die Leistungen von anderen nicht anerkennen. Und daher möchte ich an dieser Stelle den in der Kinder- und Jugendhilfe Tätigen für ihren Einsatz danken. Ein "Danke" auch parteiübergreifend an Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (Beifall bei den NEOS und der SPÖ.), weil ich seit Beginn meiner Tätigkeit hier im Landtag erlebe, wie sehr du dir das als dein Anliegen genommen hast und wie viele Bemühungen da sind und wie viel auch schon umgesetzt wurde. Allgemein zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist noch anzumerken, dass wir als Gesellschaft hier in Vorleistung gehen müssen. Wir brauchen eine frühe Intervention, damit es in vielen Fällen später nicht zu sehr, sehr umfangreicher bzw. nicht mehr möglicher Reparatur kommen muss. Was wir brauchen ist ein entsprechendes Unterstützungspersonal an den Schulen, den Ausbau regionaler Kompetenzzentren für mentale Gesundheit, niederschwellige Beratungs- und Therapieangebote für Kinder, für Jugendliche und für Familien. Wir brauchen Fortbildung für die Pädagoginnen und Pädagogen, die auch mit einem Anstieg von psychischen Erkrankungen oder von fehlender mentaler Gesundheit bei den Jugendlichen zu tun haben. Wir brauchen Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und insgesamt eine bessere Vernetzung zwischen Schulen, Gesundheitszentren und therapeutischen Einrichtungen. Den vorliegenden Bericht nehmen wir sehr gerne zur Kenntnis, stimmen hier zu. Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS und Abg. Mag. Scheele.)
Abweichungen zwischen Text und Video möglich.
Zur Person

Kontaktdaten
- Wohnbezirk:
- Mödling
- Klub/Fraktion:
- Landtagsfraktion der NEOS Niederösterreich (ohne Klubstatus)
- Wahlpartei:
- NEOS – Das Neue Niederösterreich