Delegationsbesuch aus Sachsen: Ähnliche Herausforderungen, unterschiedliche Sprache


Ein beliebtes Bonmot lautet: „Der Österreicher unterscheidet sich vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache!“ Beim Besuch einer Delegation des Sächsischen Landtags erlangte dieses Zitat, das angeblich vom Autor Karl Kraus stammt, wahrscheinlich aber aus dem Programm des beliebten Kabarettisten Karl Farkas übernommen wurde, wieder einmal seine Gültigkeit. Der Ausdruck „zizerlweise“ sorgte bei den Gästen aus dem deutschen Bundesland zunächst für verwirrte Blicke, bis Landtagspräsident Karl Wilfing die Bedeutung mit „nach und nach“ erklärte.
Abgesehen von diesen kleinen Unterschieden in der jeweiligen Landessprache gab es viel Informatives, das die sächsische Delegation, erstmals unter der Leitung von Landtagspräsident Alexander Dierks, über Niederösterreich erfahren konnte. Die besprochenen Themen waren eine Melange der Herausforderungen, vor denen die beiden selbstbewussten Bundesländer stehen: von angespannten öffentlichen Haushalten über das leistbare Angebot an Gesundheitseinrichtungen und den Ausbau erneuerbarer Energien durch Energieversorger wie die EVN bis hin zu den unterschiedlichen Bedürfnissen ländlicher und städtischer Regionen. Im Austausch erkannte man rasch, dass die beiden Bundesländer ähnliche bis nahezu deckungsgleiche Themen beschäftigen.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Start-ups HydroSolid, das sich mit verbesserten Speichermöglichkeiten für Wasserstoff beschäftigt. Das Besondere an der Entwicklung: Das Material kommt vollständig ohne seltene Erden oder kritische Rohstoffe aus und ist damit besonders nachhaltig und zukunftssicher. Der Wasserstoff wird bei einem maximalen Druck von nur 35 Bar gespeichert. Das ist deutlich niedriger als bei vielen herkömmlichen Lösungen und erhöht die Sicherheit erheblich.
Den Gästen aus Sachsen wurden jedoch nicht nur die politischen und innovativen Seiten Niederösterreichs präsentiert, sondern es gab auch kulinarische und landschaftliche Genüsse im wahrsten Sinne des Wortes zu erleben. So brachte die Mariazellerbahn die deutschen Besucherinnen und Besucher zum wahrscheinlich schönsten Bahnhof Österreichs in Laubenbachmühle, wo sie nicht nur etwas über die Geschichte der Bahn und der NÖVOG erfuhren, sondern auch darüber, wie der Tourismus im Land unter der Enns aufgestellt ist.
Nach dieser theoretischen Einführung hieß es, das Gehörte auch in der Praxis zu erleben: Das „Haus der Wildnis“ und das „Refugium“ in Lunz am See sowie die Bio-Brauerei Bruckner in Gaming waren dafür optimale Anlaufstationen.
Bevor es für die Delegation aus Sachsen, der Vertreterinnen und Vertreter aller Landtagsparteien angehörten, wieder zurück in die Heimat ging, galt es noch, historische Erfahrungen zu sammeln. Der Abt des Stiftes Heiligenkreuz, Maximilian Heim, ließ es sich nicht nehmen, das Wienerwaldkloster und seine bald 900-jährige Geschichte persönlich vorzustellen.
Die Gegeneinladung nach Sachsen ist bereits ausgesprochen – insbesondere auch, damit niederösterreichische Mandatarinnen und Mandatare zizerlweise sächsische Ausdrücke kennenlernen.
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- Besuch Sachsen politischer AustauschDas Gruppenfoto nach dem politischen Austausch zwischen Abgeordneten der Landtage von Sachsen und Niederösterreich.
- Besuch Sachsen HydroSolidMichael Renz (M.) von HydroSolid stellte das niederösterreichische StartUp den Gästen aus Sachsen vor. Die jeweiligen Präsidenten Alexander Dierks (l., Sachsen) und Karl Wilfing (Niederösterreich) waren beeindruckt.









